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Aahus bis Juelsminde 20.07. – 28.07.2009 Ein langes Wochenende in Aahus hat was für sich….nur leider ist der Samstag total, grau in grau und Regen von Morgens bis Abends. Wenn man dem Wetterbericht glaubt, dann geht das bis Montag so und Wind bis 13ms (bis 7 Bfd.). So stellen wir uns mental auf 2 weitere Tage in Aahus ein. Nur schade, dass am Sonntag alle Geschäfte zu haben und das Jazz Festival auch zu Ende ist – dennoch genießen wir die Ruhe im Hafen, und die Sonne, die immer wieder – auch für längere Zeit – durch die Wolken scheint. Interessant finden wir, dass viele erst am Nachmittag losfahren. Sie haben scheinbar keine Berührungs- ängste bei den vollen Häfen. Der Süd-West-Wind ist uns auch weiterhin „treu" – d.h. wir werden auch heute – Montag - wieder mal hart am Wind oder gegen den Wind fahren müssen, wenn wir weiter gen Süden wollen. Von Dänen haben wir den Tipp bekommen den kleinen Hafen von Hov (oder Hou) anzulaufen, das würde sich lohnen. So schlecht, wie erst angenommen, lässt sich das Segeln nicht an, nur dass der Wind ständig zwischen SSW und SW und in der Stärke zwischen 14 und 19 kn (4- 5 Bfd.) pendelt. Ab Norsminde ist dann aufkreuzen angesagt. Ich beobachte einen anderen Segler, der vor uns aufkreuzt. Plötzlich ist das weiße Segel nicht mehr zu sehen – wo ist es??? Mit dem Fernglas entdecke ich das Schiff nahe dem Ufer, aber ohne Mast! Wir fahren hin, bergen unsere Segel, übernehmen 3 kleine Kinder und die Mutter – ein Manöver, bei 19kn Wind und mehr als 0,5m Welle, welches nicht so ganz einfach ist. Der Skipper des „entmasteten" Bootes meint, dass er alleine zurecht kommt und Mast und Segel sichern kann. Er wartet auf die Rescue, die er über handy angerufen hat. Wir verabreden uns im Hafen von Norsminde und motoren zurück. Norsminde ist ein netter kleiner Hafen in einer Flussmündung, das finden auch 2 Deutsche, die hier schon öfter waren und auch aus Aahus kommen. Warum gegen den Wind anfahren, wenn man einen so netten Hafen „gleich um die Ecke" und Zeit hat?? Knapp 3 Std. später kommt während eines heftigen Regenschauers, der Däne aus eigener Kraft in den Hafen. Wir sind – weil uns der Hafen und das Umland gefallen und weil ein SW Wind von mehr als 5 Bfd. bläst – am nächsten Tag geblieben. Warum gegenan fahren?? Wir machen dafür lieber einen schönen Fahrrad-Ausflug. Von unseren deutschen Nachbarn bekommen wir Tipps für die nächsten schönen Häfen und hoffen wenigstens einige davon anlaufen zu können. Die Sonne verabschiedet sich mit einem spektakulär angestrahlten Wolkenbild. Wie war das doch gleich wieder mit der Windvorhersage?? Sollte die wirklich mal stimmen? Jedenfalls mit dem Regen stimmte die Vorhersage. So hatten wir uns auf einen Halbwindkurs bis zum Hafen Marup auf Samsö gefreut – war wohl nichts…. – auf den nur 12 sm dorthin haben wir ESE und mehr nach Süd wandernd. Also ein großen Teil der Strecke hart am Wind und dann den Rest (nach Süden) mehr oder weniger gegenan. Und wenn der Tag schon mit Regen beginnt, so erst recht beim Einlaufen in Marup. Dafür ist der Hafen nahezu leer, die Boxen-Pfähle mindestens 5m auseinander, die Gasse schmaler als 10m und Anlegen quer zum Wind – es klappte trotzdem (mit Hilfe eine netten Dänen). Nach dem Mittagsvesper hört auch der Regen auf, es wird heller. Ob wir doch noch zu einem ausgedehnten Spaziergang zum 64m hohen Balleberg mit seiner angeblich schönsten Aussicht hier in der ganzen Gegend kommen?? Nein, heute nicht, denn immer wieder kommt ein dicker Regenschauer. Dafür lesen wir die informative Broschüre über Samsö und erfahren, dass jeder der 4 Häfen seinen ganz besonderen Reiz hat. Im Norden Langör direkt neben einem Vogel- und Naturschutzgebiet und nicht weit davon entfernt die Überreste des von den Wikingern gegrabenen Kanhave- Kanals. Im Umkreis des Marup Hafen ein schönes Hügelgebiet, welches von der Eiszeit so geformt wurde und gute Wandermöglichkeiten bietet (haben wir bereits bei der Ansteuerung von Marup gesehen). Ballen ist der lebhafteste Hafen und von Kolby Käs hat man Fährverbindung und es ist nicht weit bis zum südwestlich gelegenen Leuchtturm Vesburg. Da hätten wir ja einiges zu besichtigen, wenn das Wetter es zulässt. Am Donnerstag werden wir durch prasselnden Regen und ein leichtes Gewitter geweckt. Das sieht nicht gut aus, wenn man überhaupt etwas sieht, denn die Wolken hängen so tief, dass nicht mal das Steilufer zu sehen ist. Aber der Tag ist ja noch jung, es kann sich alles ändern – und das hat er auch. Es ist zwar den ganzen Tag über bedeckt, aber kein Regen. Wir brechen zu einer Fahrrad-Tour auf und erkunden Nordby, das als das schönste Dorf auf Samsö bezeichnet wird. Und dem können wir nur beipflichten. Der Ortskern besteht aus gut erhaltenen Reet gedeckten Häusern und alle haben Blumen vor der Tür. So weiß man nicht, welches Haus man als das Schönste bezeichnen soll. Nach kurzer Pause treten wir kräftig in die Pedale, um den Anstieg zum 64 m hohen und damit höchsten Berg auf Samsö, dem Ballebjerg, zu bewältigen. Von dort hat man eine herrliche Aussicht, wenn, ja, wenn es klar wäre. Aber bei dem bedeckten Himmel können wir zwar die nächstgelegene Insel Tunö erkennen und auch schemenhaft das Festland. Bei dem ständigen SW-Wind ist der Hafen auch am Abend ziemlich leer, der "Nachschub" an Schiffen fehlt. Ob das stimmt, dass wir morgen nur wenig SW Wind haben, und wir dann weiterkommen? Abwarten. Am Abend sieht der Wetterbericht gleich mal weniger schön aus – Wind aus W bis SW und dazu Regen und so erleben wir den Freitag auch. Da es zwischen den heftigen Regenfällen immer nur für kurze Zeit regenfrei bleibt, unternehmen wir auch keine größere Fahrrad Tour. Unsere Radtour nach Langör ist wirklich sehr schön. Der Wald hält den starken Wind ab. An einem großen Heidegebiet vorbei kommen wir in das Vogel- und Naturschutzgebiet um Langör. Ein paar Häuser, ein kleiner voller Hafen, ein Kiosk und eine schöne Bucht zum ankern, das ist hier alles. Wir erstehen etwa 5 kg Samsö Kartoffeln an einem der vielen am Straßenrand stehenden Selbstbedienungs-Kaufstände. Wir sollten sie unbedingt probieren, hatte uns unser Nachbar gesagt, es ist eine Spezialität. Wir erfahren, dass bereits ab Februar die ersten Kartoffeln geerntet und dann zu einem horrenden Preis verkauft werden. Und wirklich sie schmecken uns am Abend hervorragend. Von Langör aus machen wir noch einen kleinen Schlenker zu den Überresten des vor mehr als 1200 Jahren von den Wikingern gegrabenen Kanhave-Kanal. Er wurde an der schmalsten Stelle von Samsö gegraben, damit die Wikinger schnell ihre Boote von einer Seite auf die andere treideln konnten. Der Nachmittag wird von Gewittern beherrscht – 2 ziehen über uns hinweg, da sind wir richtig froh, dass uns bei unserem Ausflug keins erwischt hat. Wenn man schon so lange auf einer Insel „gefangen ist, dann soll man sich diese auch richtig ansehen. So fahren wir mit dem Bus einmal kreuz und quer über Samsö – der Bus fährt jedes Dorf und sei es noch so klein, an. Gut, dass wir nicht in die Häfen Kolby Kas oder Ballen gefahren sind. In Kolby Kas steht bei Westwind Wind und Wellen in den Hafen und lässt alle Schiffe mächtig schaukeln. Im Hafen Ballen ist „Hochbetrieb, hier drängeln sich alle in 4er oder 5er Päckchen. So sind wir sehr zufrieden mit Marup. Nicht so zufrieden sind wir mal wieder mit dem Wetter. In der Nacht hat der Wind auf S gedreht und bläst so stark, dass kleine „Plätscherwellen an unsrem Heck uns nur schlecht schlafen lassen. Aber Süd-Wind war ja angesagt, nur nicht in der Stärke und der wäre für uns auch von der Richtung o.k. Als wir losfahren wollen, dreht der Wind auf SW (dahin wollen wir) und nimmt auf gute 5 Bfd. zu und dann kommt auch noch Regen. Unser Warten wird belohnt, gegen 10 Uhr haben wir SSW mit 3-4 Bfd. – wir starten und mit uns noch einige andere, die sonst eventuell auch „Wurzeln" geschlagen hätten. Es wird ein schönes Segeln mit halben bis Amwindkurs, nur leider ist der Himmel immer noch stark bewölkt, so dass man von den einzelnen Inseln nicht viel sieht. Dafür kommen uns jede Menge Segler – wahrscheinlich aus Juelsminde – entgegen und freuen sich über den passenden Wind. Snaptun ist ein kleiner Vereinshafen, der sehr nett mit Klubhaus und Grillplätzen angelegt wurde. Aber das Örtchen ist so klein, dass es keinen Bäcker gibt – nur einen klitzekleinen Kiosk im Clubhaus. Leider gibt es auch keinen frischen Fisch zu kaufen und dass obwohl einige Fischkutter hier liegen. ![]() Einfahrt nach Norsminde ![]() ![]() sehenswerte Häuser in Nordby - Samsö) Renate kauft ein - frisch vom Bauern, noch frischer geht es nicht ![]() immer wieder prasselt ein Regen auf uns nieder ![]() schöner Ankerplatz bei Langör ![]() der schöne Hafen von Snaptun |