|
Lucky STAR ![]() ![]() www.luckystar-ds.de ![]()
Flensburg bis Fehmarn 05.08.2009 – 21.08.2009 Nach 1 ½ Tagen in Flensburg können wir nur sagen, dass sich der „Abstecher" hierhin gelohnt hat. Wir sind durch die Einkaufsstraße gebummelt, haben uns die in einer vom Touristikbüro herausgegebenen Karte angegebenen Sehens- würdigkeiten angesehen, Fotos gemacht, Eis gegessen, und – wie kann es anders sein – auch eingekauft. Denn schließlich ist überall Sommerschluss- verkauf mit herabgesetzten Preisen. Kann man da widerstehen? Sehr gut hat uns eine Karte mit angegebenen Rundwegen gefallen. Die Routen führen an einigen Aussichtspunkten und an interessanten Gebäuden vorbei. Dazu sind an markanten Stellen Tafeln mit geschichtlichem Hintergrundwissen wie z.B. Küstenfischerei, Stadtreinigung einst und heute, zur früheren Fischer- siedlung oder Seefahrt einst und jetzt, aufgestellt. Und mit dem schönstes Sommerwetter machen die Wanderungen noch mal so viel Freude. Sonnenschein und blauer Himmel ist auch am Donnerstag als wir nach Gelting aufbrechen. Der angesagte Ost-Wind stellt sich erst am späteren Vormittag ein und wir kreuzen die Flensburger Förde auf. Aber was machen 2 oder 3 Kreuz- schläge bis wir den Hafen Gelting anliegen können? Hier treffen wir auf unseren Clubfreund Adi, der uns schon bei der Einfahrt entdeckt hat und freudig begrüßt. Und bei einem Kaffee erzählen wir gegenseitig unsere diesjährigen Fahrtenerlebnisse. Am Abend essen wir eine gute Portion „Pannfisch" im Hafenrestaurant (sehr gut) und dann wird es fast Zeit zum Sonnenuntergang betrachten aufzubrechen. Wie vorhergesagt haben wir am Freitag Wind aus SE um 4 Bfd. Wir wollen nach Kappeln, Adi mit den Enkeln wieder nach Dänemark. Schon beim Segeln bis zum Leuchtfeuer Kalkgrund wird uns langsam klar, dass es nach Kappeln ein böses Aufkreuzen wird. Müssen wir uns das antun gegen gute 1 ½ m Wellen und 5 Bfd. gegenan zu segeln??? Nein, wir bleiben auf dem gleichen Bug und steuern mit halbachterlichem Wind den dänischen Hafen von Höruphav an. Hier kommen uns jede Menge Segler entgegen, es ist die normale Aufbruchszeit. Aber wenn wir gedacht haben, dass es jetzt nur so an freien Plätzen „wimmelt" – weit gefehlt. Scheinbar waren das überwiegend „Päckchenlieger". Wir finden einen freien Platz und richten uns „häuslich" ein, bis der Hafenmeister uns jäh „weckt". Der Platz-Eigner kommt bereits heute aus dem Urlaub zurück und wir sollten den Platz bitte schön frei machen. Zum Glück weiß er für uns noch einen freien Platz, bei dem wir auch mit dem Bug gegen den Wind liegen. Und während wir gerade beim Verlegen sind, kommt Adi in den Hafen gefahren. Auf ihrer „Überfahrt" hierher hatten sie ebenfalls mit den ungewöhnlich hohen Wellen zu kämpfen, hatten aber auch nur wie wir 1 Segel gesetzt. Wir werden wohl am Samstag noch hier bleiben, denn vorhergesagt sind – wie heute – SE Wind mit 4-5 Bfd. (oder darf es noch ein bisschen mehr sein?). Nein, es durfte wohl nicht mehr sein. Wir messen nur bis max. 3 Bfd. – dazu blauer Himmel. Auch nicht schlecht, dass wir hier geblieben sind. Wir machen einen Fahrrad-Ausflug in das nur ca. 8 km entfernte Sonderburg, bummeln die Fußgänger-Einkaufsstraße herunter und folgen einer Musik, die vom Schloss zu uns schallt. Und da ist was los…. Hier haben sich Marine-Einheiten aus Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden getroffen und es findet gerade unter den Kadetten ein Wettbewerb im Tauziehen statt. Natürlich sehen wir uns das Schauspiel an. Norwegen scheint klarer Sieger zu werden, denn bei allen Partien gegen die anderen Nationalitäten geht das Team als Sieger hervor. Und obwohl die Tauzieher aus Schweden lautstark angefeuert werden, verlieren sie. An der Landungsstelle vor der Klappbrücke liegen die Ausbildungsschiffe (5 Kriegschiffe und 4 Segler) über die Toppen geflaggt und können ab 14 Uhr besichtigt werden. 2 Schiffe haben wir bereits in Gilleleje gesehen, sie sind auf einer Ausbildungsfahrt um Fünen herum. Mit der Gewitterfront hat der Wetterbericht tatsächlich Recht. Sie kommt allerdings bereits am späten Nachmittag und „verregnet" uns den geplanten Grillabend. Sonntag früh ist es dunstig bis neblig, und so gut wie kein Wind – egal, was der Seefunk zum Wind sagt, hier ist er jedenfalls nicht. Und das bleibt auch den ganzen Vormittag so, während wir an der Küste entlang bis zur Schleimündung motoren. Die Küste ist im Dunst nur sehr schwach auszumachen, wir begegnen vielen Seglern, die sowohl in die gleiche Richtung wie wir fahren als auch uns entgegen kommen. Kein Wunder, es ist schließlich Sonntag. An der Schlei- mündung ist „der Teufel" los. Schiff an Schiff kommt aus der Schlei, schlimmer als der Sonntagsverkehr auf einer Autobahn. In Kappeln warten wir nur ein ¼ Stunde bis die Klappbrücke aufmacht und dann sind es nur noch wenige sm bis nach Arnis zum Segelclub WSG. Er liegt ein wenig abseits der kleinen Stadt Arnis und ist sehr großzügig angelegt. Renate muss sich erst einmal durch ein kühles Bad in der Schlei erfrischen, es ist aber auch drückend warm – die ersten Gewitterwolken erscheinen am Himmel. Es lohnt sich leider nicht die Grillsachen auszupacken und an einem der sehr schön angelegten Grillstellen Platz zu nehmen, das 1 Gewitter steht drohend am Himmel und entläd sich am frühen Abend. Als auch am Montag Morgen ein Gewitter den Himmel verdunkelt, entschließen wir uns in dem zu recht mit 5 Sternen vom Magazin Segeln ausgezeichneten Segelclub zu bleiben. Später radeln wir den kurzen Weg nach Arnis oder genauer gesagt: Bad Arnis, der kleinsten Stadt Deutschlands. Eine lange Straße mit hübschen Häusern und an der Schlei 3 Yacht- und Bootsbau- betriebe, die wegen ihres handwerklichen Könnens weithin bekannt sind. Das alles eingebettet in viel alten Baumbestand und schön angelegte Gärten. Aber außer Ferienwohnungen gibt es nur Ruhe und einen Bäcker. Weitere Geschäfte findet man in dem nur 4 km entfernten Kappeln, das wir mit dem Rad über einen teilweise feldwegartigen Radweg erreichen. Hier bekommen wir in einem kleinen und voll gepfropftem Schiffsausrüstungs-Geschäft Ersatz für unsere Hand-Cockpit-Dusche. Und in einem Fahrradgeschäft kann man uns den Höhen -schlag aus dem von mir montierten Fahrradmantel entfernen. So kann Renate wieder ohne zu „holpern" fahren. Wir krönen den Tag mit einem Grillabend und wollen morgen dann weiter nach Schleswig. Die Schlei „aufwärts" ist eine reizvolle Angelegenheit – viele hübsche Häuser liegen „versteckt" hinter Hecken und Baumgruppen, grüne Wiesen ziehen sich bis zur Schlei und wechseln ab mit gelben Kornfeldern. Uns kommen viele Segler nur unter Genua entgegen, die haben es gut. Sie segeln mit dem Wind. Wir haben die Zeit richtig eingeschätzt um genau zur Brückenöffnung bei Lindaunis anzukommen. Bei Missunde ist die Schlei wie eine Schlinge, eingebettet in Wald. Und somit liegen die Schiffe in den 2 oder 3 Clubs absolut geschützt – kein Wind ist zu merken. Der packt uns dann auf dem freien Wasser vor Schleswig wieder. Schleswig hat 2 schon von weitem zu erkennende hohe Türme, den im 12. Jh. erbauten St. Petri Dom und den neuzeitlichen Wiking Turm. An der Möveninsel vorbei fahren wir zum SSC (Schleswiger Segel Club), der direkt neben dem Luisenbad liegt. Von hier aus ist es durch die zur Landesgartenschau 2008 geschaffenen Grünanlagen nicht weit bis in die wunderschöne Altstadt. Viele der Häuser haben blühende Blumenstöcke an der Straßenfront. Ein rund angelegter Friedhof mit einer kleinen Kapelle mitten in der Altstadt, der Holmer Befriedung, wird von alten Häusern umschlossen. Höhepunkt einer Besichtigung des St. Petri Dom ist zweifelsohne der aus dem 16. Jh. stammende holzgeschnitzte Altar. Einen weiteren Höhepunkt findet man nur ein paar Kilometer entfernt von Schleswig – das Wikinger Museum Haithabu. Hier, am Haddebyer Noor, hat es um 770 bis 1050 n. Chr. auf einem ca. 26 ha großen Gelände eine Ansiedlung der Wikinger gegeben. In der von einem 10m hohen und 1,3km langen Halbkreiswall umgebenen blühenden Handelsstadt lebten bis zu 2000 Menschen. Vor ein paar Jahren wurden an der Stelle 7 Häuser als Nachbauten errichtet und mit den damals typischen Ausrüstungen versehen. Interessant ist, dass diese Ansiedlung als Handelsniederlassung eine der größten im Ostseeraum war und am „Transportweg" zwischen Nordsee und Ostsee (nur 16 km über Land bis zur Treene) an strategisch günstiger Stelle errichtet wurde. Aus Inschriften in Runensteinen hat man sowohl Handelswege als auch die wichtigen Ansiedlungen der Wikinger herausgefunden. Nach „inhalieren" dieser „kulturellen" Höhepunkte segeln wir nur mit der Genua am Donnerstag Schlei abwärts bis nach Maasholm. Dort treffen wir uns mit Bekannten vom Bodensee, die auf der Heimreise hier immer Station machen und das nicht nur wegen der guten Krabbenbrötchen. Es wird ein langer Erzähl- Abend. Schade, dass das WLAN Netz nicht bis zu unsrem Liegeplatz reicht, so kann ich mir nicht selber ein Urteil von den unterschiedlichen Aussagen des deutschen und dänischen Wetterberichtes für die nächsten Tage machen. Während der deutsche für übermorgen von S-SW 2-3 Bfd. „redet" ist der dänische sicher, dass es bis 5 Bfd. aus S-SW blasen wird und dazu Regen gibt. Dass der Wind dann die darauf folgenden Tage wieder stark bleiben wird, darüber sind sich beide einig. Einig sind sich auch beide für morgen nämlich aus W-NW. Am Freitag morgen ist kaum Wind, der deutsche Wetterbericht spricht von W-NW 4-5 abnehmend und so entschließen wir uns, statt in Maasholm zu bleiben gleich bis Fehmarn durchzufahren. Es sind zwar ca. 50sm aber ein Stopp in Kiel oder Laboe würde sich dann auch auf die nächsten 3-4 Tage ausdehnen und das wollen wir nicht. Eine „ungemütliche" Welle ca. 1 bis 1,5m aus NW und ein nicht dazu passender leichter Wind aus W begleiten uns fast bis nach Fehmarn. Mit dem wenigen achterlichen Wind und der relativ hohen Welle flappt die Genua dauernd, steht nicht richtig, zieht nicht und wir machen nur knappe 3 kn Fahrt. Das ist für die Strecke zu wenig und so muss der Motor mithelfen, den wenigen Wind auszugleichen. Spi und Groß zu setzten wäre bei dem Geschaukele auch nicht toll, denn der Spi würde auch nur hin und her schaukeln, den Wind „rausschütteln" und viel mehr an Fahrt hätten wir auch nicht – blöd. Vor Fehmarn nimmt der Wind dann zu, und die Welle ab und wir können die letzten 10sm bis nach Burgtiefe segeln. In Burgtiefe können wir uns, als wir gegen 18 Uhr einlaufen, unter all den freien Plätzen einen geeigneten aussuchen, der sowohl gegen West als auch gegen Südwind geschützt ist. Nach diesem Segeltag „gönnen" wir uns einen Fischteller im Lokal „Tonne 21" und als sich die Sonne mit einem roten Sonnenuntergang verabschiedet sind wir mit dem „Schaukel-Segel-Tag" versöhnt. Gut, dass wir am Freitag gefahren sind – trotz „Schaukelns. Ab Samstag ist S und SW, später W-Wind mit 5-6 Bfd., das hätte wesentlich mehr „geschaukelt". So liegen wir gut und fest in Burgtiefe und können in aller Ruhe beobachten wie andere Segler dick verpackt in Schwerwetterkleidung in den Hafen kommen. Eine Überraschung ist das Einlaufen von Segelfreunden aus Flensburg. Sie kamen mit halbem Wind aus Kühlungsborn. Wir räumen langsam alles zusammen, was nicht auf dem Schiff bleiben soll, fahren mit den Fahrrädern nach Burg und Burgstaaken, lesen, und genießen die letzten Urlaubstage. Am Donnerstag soll das Schiff ausgewassert werden und dann ist für uns die Segel-Saison Ostsee 2009 beendet. Die „LuckySTAR" kann ihren „Winterschlaf" beginnen und wir uns anderen Zielen zuwenden. ![]() Stadtansicht von Flensburg ![]() Der "Tauziehwettbewerb" in Sonderburg ![]() Grillabend beim WSG Arnis ![]() der St. Petri Dom in Schleswig ist weithin sichtbar ![]() in Holm, der "Altstadt" von Schleswig ![]() der sehenswerte, holzgeschnitzte Altar des St. Petri Doms ![]() Fehmarn Sund Brücke voraus ![]() Mit dem Sonnenuntergang beenden wir unseren diesjährigen Ostsee-Törn |