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Helsingör bis Bonnerup 06.07. – 12.07.2009
Der Wind ist wieder da, doch leider für uns aus der falschen Richtung. Der Wettergott hat wohl doch gehört, dass wir nach Westen, nach Jütland wollen. So erfahren wir in der 5 Tage Windvorhersage, dass es die nächste Woche aus W bis SW wehen wird.
Bis
Gilleleje sind es nur wenige sm, und die Richtung ist auch mehr NW, also müsste es bei dem angesagten S-SW passen. Leider ist der Wind statt S-SW mehr WSW, dass heißt hoch am Wind aufkreuzen, dazu dann eine alte Dünung.
Gilleleje ist ein nettes kleines Städtchen mit vielen Reet gedeckten Häusern, einer recht lebhaften Einkaufsstraße – hier pulst das Leben – einem großen Fischereihafen und vielen freien Liegeplätzen. So sah es für uns aus, als wir um 14 Uhr einliefen, aber abends war alles propenvoll und an einigen Stellen war Päckchenbilden angesagt.
Natürlich gab es zum Abendbrot Fisch, man muss das Fischangebot ausnutzen.
Am nächsten Tag die große Aufregung: wir sind gerade aus dem Hafen motort, ich wollte mir, weil einige schwarze Regen Wolken drohten, Regensachen anziehen, als ich beim routinemäßigen Blick in den Motorraum feststelle, dass kein Seewasser zum Motor kühlen gefördert wird. Mein erster Gedanke: Impeller defekt – also schnell Motor aus, Genua gesetzt und segeln. Dann neuen Impeller aus der Backskiste holen (dazu natürlich alles ausräumen, denn die Ersatzteilkiste ist ganz unten), Impellergehäuse abschrauben – alter Impeller ist in Ordnung, und nun? Zurück in den nur 2sm entfernten Hafen und unter Segeln anlegen. Kleine Schwierigkeiten sind zu überwinden. Die Einfahrt ist gegen den Wind anzufahren und hat Seitenströmung. Um diese Zeit kommt Segler auf Segler aus dem Hafen. Nach einigen schwitzigen Manövern liegen wir mit Hilfe unserer Nachbarn wieder auf unserem gestrigen Liegeplatz. So, jetzt noch mal Motorraum auf, Motor an und…. man glaubt es nicht, das Kühlwasser zum Motor wird wieder gefördert und kann den Motor kühlen. Was kann die Fehlerursache gewesen sein?? Wir vermuten, dass eine Plastiktüte am Kühlwassereinlauf angezogen wurde und ihn verstopfte und dass sich durch das Segeln diese Tüte wieder gelöst hat. Resümee: zwar ein Schrecken, aber zum Glück ist keine Reparatur notwendig. Wir beschließen den weiteren Tag hier zu bleiben (Schreck abbauen??). Ist auch nicht schlecht, So bummeln wir ein wenig durch die Stadt und können auch ein paar Vorräte in einem Aldi und 3 weiteren Supermärkte auffüllen. Ja, und zum ersten baden kommen wir auch!! Leider hält sich der Wind nicht an die Wettervorhersage und bläst statt aus S weiter aus SW, also noch mal bleiben – Renate nutzt die Zeit zum Wäsche waschen und am Nachmittag machen wir einen Fahrradausflug entlang dem Ufer – immer mit einem wachsamen Blick zum Himmel, wann kommt der nächste große Regenschauer.
Für Donnerstag ist alles klar zum Weiterfahren – schwacher Westwind, das müsste sich machen lassen um ein Stück weiter zu kommen! Das umfangreiche Tief über Südnorwegen zieht nach Osten ab (hoffentlich bald). In der Nacht ist aber schon klar, dass aus der Weiterfahrt nichts wird – der Wind heult in den Wanten, am Morgen sind es immer 5 Bfd. aus West, zu viel um dagegen anzufahren oder aufzukreuzen. Wir sind nicht alleine, die nicht weiter „wollen". Wir beobachten: es fährt kaum einer los und wenn, dann nach Osten, Richtung Helsingör. Am Nachmittag begegnen wir einem jungen Paar, die aus Odden gekommen sind. Sie erzählen von guten 6 bis 7 Bfd. und 1,5 bis 2m Wellen. Sie wären immer über 8kn gelaufen, super. Na ja…. Wir haben da lieber einen Fahrradausflug und einen Spaziergang gemacht, das war auch sehr schön und bestimmt nicht so anstrengend.
Für Freitag ist ein moderater Süd mit um die 5ms (3-4 Bfd.) Wind angesagt. Wir glauben es zumal der Wind am Abend bereits einschläft und es in der Nacht so gut wie keinen Wind hat. So laufen wir um 7:30 Uhr aus dem Hafen, setzen die Segel. Der Wind nimmt ständig zu, kommt zwar hauptsächlich aus S hat aber in den Böen immer mehr SW Anteile. Dem ersten Reff in der Genua folgt sehr schnell ein Reff im Groß – 18 kn Wind hart gegen an, um Odden anzulaufen. Das GPS meldet für die 30sm 9 Std. –muss das sein??? nee…. Wie ist es mit Kurs nach Grena?? Der Kurs ist halber Wind, die Geschwindigkeit 6,5 bis 7,4 kn, die Fahrzeit knappe 8 Std. für 48sm. Aber wir haben zu viel Segelfläche, denn inzwischen sind ständige 22kn Wind, also noch ein Reff in Groß und Genua, jetzt ist alles o.k. die Wellen sind bei 1,5m, es spritzt… Noch einmal, als der Wind nach Süd dreht, machen wir den Versuch nach Odden zu fahren, geben ihn aber schnell wieder auf. Es hat keinen Zweck, die Fahrzeit ist länger als nach Grena. Gegen Mittag nimmt der Wind ab, jetzt ist es Segeln vom Feinsten. Wir erhalten eine Sturmwarnung für Belte und Sunde, sehen am Horizont und hinter uns schwarze Wolken, voraus ist der Himmel blau. Dann bleibt der Wind ganz weg und die letzten 15sm ist motoren angesagt. Um 17 Uhr laufen wir in den bereits vollen Hafen von
Grena ein, finden sogar noch eine Box, machen fest und gleich die Hütte drauf. Kaum ist das erledigt, kommt ein Regen runter, uff, das wäre geschafft. Aber wenn wir gedacht hätten, dass wir zu den Letzten gehörten, die den Hafen anlaufen, so haben wir uns getäuscht, denn was nach uns noch einläuft, hätte den Hafen sicherlich auch so schon gut gefüllt.
Lt. Dänischem Wetterbericht, der beim Hafenmeister ausliegt ist für Samstag und Sonntag Regen angesagt.
Zum Wetterbericht für heute: S-SW bis max. 38kn (8Bfd.) ständig aber gute 5 Bfd. – dagegen meinte der Deutsche Wetterbericht W-NW 3-4, so kann man sich irren. Und von Regen keine Spur, es ist zwar bewölkt aber überwiegend sonnig.

Bei schönstem Sonnenschein, der Wind kommt aus S bis SW, radeln wir in das nahe Städtchen, machen einen Stadtbummel. Aber außer der Kirche und den netten Häusern um die Fußgängerzone gibt es nicht viel zu sehen. Dafür besuchen wir das am Hafen gelegene „Kattegattcenter" mit großem Haifisch- becken. Neben diesem Becken sind noch einige andere große Becken, in denen Ostsee heimische Fische gezeigt werden. Aber auch nicht heimische Rifffische z.B., schön anzuschauen.
Hat uns sehr gut gefallen. Nicht gefallen hat uns der Lärm, der von riesigen Lautsprechern zu uns herüberschallte. Hier ist ein Fest, aber dass man die Lautstärke den ganzen Tag dermaßen unverschämt hochdrehen muss - und das bis Mitternacht, hat nicht nur uns geärgert.
Das Feuerwerk anschließend konnte uns nicht versöhnen.
Wie andere auch, verlassen wir am Sonntag etwas „gestresst" vom gestrigen Lärm den Hafen und können die nur 15 sm bis
Bonnerup bei moderatem SW- Wind segeln – endlich mal und dann auch noch stressfrei.
Was ist in Bonnerup los? Uns kommen aus dem Hafen Fischer- und nummerierte Privatboote entgegen, alle besetzt mit Bierdosen schwingendem Publikum. Es ist wieder ein Hafenfest, zum Glück aber nicht so laut und dann auch der letzte Tag. Die Hafeneinfahrt ist im Zickzack zu fahren, der Hafen ist also gegen Wellenschlag sehr gut geschützt. Eine riesige Fischereiflotte liegt in 3 Becken verteilt, da muss es doch Fisch zu kaufen geben?. Unter der großen Auswahl entscheiden wir uns für 2 Dornhechte (schon wieder Fisch!!!). Renate nimmt sie fachgerecht aus und zum Abendbrot sollen sie uns schmecken.
Falls der Wind morgen tatsächlich so wie angekündigt ist, werden wir bis zum Limfjord (nach Hals) segeln. Weiter ist geplant – wenn der Wind uns lässt – die Insel Laeso zu besuchen, dann Umkehr Richtung Süd und – wenn möglich eine Besuch der Insel Anholt – und dann an Jütlands Ostküste zurück. Mal sehen…..
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Gilleleje - ein stark frequentierter Hafen
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So leer ist der Hafen von Grenaa nur kurz in der Mittagszeit
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Interessant die Haifische
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Der Hafen von Bonnerup ist schon von weitem an den "Windmühlen" zu erkennen
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Was gibt es wohl am Abend?? - Dornhechte
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