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 Juelsminde bis Flensburg 29.07. – 04.08.2009
Segeln in Dänemark zeichnet sich dadurch aus, dass die meisten Strecken für uns sehr kurz sind. So finden wir, dass, wenn man morgens „normal" um 8 Uhr losfährt bis mittags wieder im nächsten Hafen sein kann – und dann doch zwischen 10 und 20 sm gesegelt ist. So haben wir einen Hafen in der Nähe von Mittelfahrt angepeilt und der sollte bei den vorhergesagten SE Wind doch mit einem „Am Wind" Kurs gut zu erreichen sein. Es ist zwar Süd-Wind, also hart am Wind zu segeln, aber es geht. Nur als dicke schwarze Wolken aufziehen und gleichzeitig über UKW von Lyngby Radio eine Sturmwarnung von bis zu 15ms (7 Bfd.) herausgegeben wird, „beschleunige" ich die Fahrt mittels Motorunter- stützung. Wir laufen in den kleinen Hafen von Strib ein und können unter 6-8 freien Plätzen wählen. Wer hätte gedacht, dass in einem so kleinen, netten Hafen so viel Platz frei ist. Und einen weiteren Vorteil haben wir hier: der Hafen ist gegen Süd Winde gut geschützt. Über die Mole haben wir einen herrlichen Blick auf den Kleinen Belt und die passierenden Segler. Jetzt um die Mittagszeit müssen diejenigen, die nach Süden fahren, ganz schön „kämpfen". Gegen den Wind aufkreuzen (oder motoren) und gegen den mit mind. 2kn laufenden Gegenstrom. Hier machen sich die Gezeiten bemerkbar, zwar nur ca. 20cm Tidenhub, aber – verstärkt durch den Wind – ein kräftiger Strom.
Der angesagte Sturm bleibt aus – und auch der Deutsche Wetterdienst, der für die nächsten beiden Tage Starkwind aus Süd West angesagt hat, macht für Donnerstag und Freitag wieder moderaten Süd West Wind.
Zum Sundowner sitzen wir mit netten Nachbarn (Hamburgern) bei einem Glas Sekt zusammen. Sie befahren diese Gegend seit nunmehr über 40 Jahren, kennen jeden Hafen und jede Ankerbucht und sind immer noch begeistert. Wären sie es auch, wenn ihr 1. Sommer so gewesen wäre, wie dieser ist??
In der Nacht rauscht mal wieder ein Regen auf uns nieder und dann fängt der Wind an zu blasen. Am Vormittag nimmt der Wind zu und ist immer wieder „garniert" mit Regenschauern. Wir messen bis 35kn, das sind gute 8 Bfd. – was sind das nur für Wettervorhersagen???
Dafür gibt es hier einen ausgezeichneten Bäcker, wo wir uns mit Brot und Kuchen eindecken und einen „Feinkost-Metzge"r, bei dem wir auch nicht wider- stehen können.
Heute ist auf dem Sund nicht viel zu sehen, außer Schaumkronen – andere Segler wollen genauso wenig wie wir weiter. Und bei den im „Stundentakt" folgenden Regenschauern lohnt es sich auch nicht, mit den Rädern wegzufahren.
Das machen wir erst am Freitag. Wir fahren die 5 km bis
Middelfart auf einem schönem Radweg, der mit Büschen und Bäumen gesäumt ist und somit den Wind abhält. An Middelfahrt haben wir eine Erinnerung, dass es sich um eine sehr hübsche Kleinstadt handelt. Um den „Alten Hafen" sind moderne Neubauten mit viel Glas entstanden, Grünflächen und breite Fußgängerwege. Nach einer Stärkung in einem Fischimbiss – mit sehr guter Fischauswahl – fahren wir noch bis zum Idyllisch gelegenen Hafen unter der Eisenbahnbrücke. Hätten wir den mit vielen spitzen Steinen befestigten Waldweg nicht fahren sollen?? Dann hätte Renate auch keinen „Plattfuß" an ihrem Fahrrad bekommen. Wir schieben die 2 km bis in die Stadt und nehmen von da an den Bus zurück nach Strib. Und während ich mit Flickzeug, Ersatzschlauch und Reifen das Rad wieder in Ordnung bringe, hat Renate schnell noch im Supermarkt eingekauft.
Der nächste „Segeltag" unter Motor bringt uns in das 20sm entfernte
Aarösund. Landschaftlich ist es eine schöne Strecke durch die beiden Brücken von Middelfart hindurch den gewundenen Sund entlang. Bewaldung wechselt sich mit Feldern ab. Segler, die uns entgegenkommen haben es besser, sie fahren mit dem Wind und teilweise auch mit dem Strom. Es geht an ein paar Inseln vorbei, wir haben einen Blick auf das große Kraftwerk (Atom??) in der Nähe von Saltvik. Da wollten wir eigentlich hin statt nach Strib. Gut, dass wir es nicht gemacht haben, so toll wäre die Aussicht nicht gewesen. Auf den letzten sm zeigt uns der Wind noch mal, was er kann – 18kn messe ich und dazu eine heftige Welle. Die kann auch daher rühren, dass es zwischen der Insel Aarö und dem Festland mit Aarosund nur ca. ½ sm breit ist und sich die Wellen bei dem Südwind auf der breiten Wasserfläche vorher aufgebaut haben. Während der kleine und nur 2m tiefe Hafen von Aarö sehr voll aussieht, haben wir in Aarösund die Auswahl an freien Plätzen. Und dazu tönt Jazzmusik aus einem Festzelt in moderater Lautstärke über den Hafen. Am Nachmittag wird es noch interessant, als ein Hubschrauber der Rescue direkt vor dem Hafen Abbergen von Leuten von 2 Schiffen demonstriert. Und als „Zugabe" dann noch das Bergen einer im Wasser treibenden Person. Man soll nicht glauben, welche Wasserfontänen die Rotorblätter hoch wirbeln – jedenfalls war die im Wasser treibende Person in all dem Gischt kaum noch zu erkennen.
Ob wir morgen wirklich den vorhergesagten Wind aus SE mit etwas 6ms (4 Bfd) bekommen??
Hurra, wir können mal wieder segeln…Wind aus SE unser Kurs Süd bis SW – so haben wir meist mehr als 6kn Geschwindigkeit und sind bei immer trüber werdendem Himmel bereits um 12 Uhr im von allen Seiten geschützten
Dyvig am Ende einer Bucht in einer großen Steganlage. Mit unsere Zeiteinteilung liegen wir ganz richtig – morgens zeitig wegfahren, und Mittags bereits im Hafen (wenn die anderen erst losfahren) – so bekommen wir in der Ferienzeit immer einen Liegeplatz. Dass mal wieder ein Tief mit seiner Regenfront über uns hinweg zieht, braucht nicht extra erwähnt zu werden, das ist bereits normal in diesem Urlaubsjahr.
Von Adi und Moni bekommen wir eine SMS – sie sind in Sonderburg –und morgen wollen sie nach Langballigau. Das würde auch bei uns gut passen.
Am Morgen weht ein leichter Wind aus NW, so sind wir mit bei der Ersten, die den Hafen verlassen – nach uns folgt Schiff auf Schiff. Renate bemerkt: endlich mal segeln, wie sie es gerne hat – Wind von halbachterlich bis achterlich mit 12- 14 kn (4 Bfd.) dazu kommt die Sonne hinter den abziehenden Regenwolken hervor und bescheint eine von Landwirtschaft geprägte Landschaft. Einzelne Gehöfte schauen hinter dichten Baumgruppen hervor, dazu das blaue Wasser, einfach schön.
In Sonderburg haben wir Glück mit der Klappbrücke, wir brauchen nur knapp 10 min. zu warten, bis sie öffnet und einen Schwarm Boote sowohl in unsere Richtung als auch in die entgegen gesetzte durchlässt. Von Moni erfahren wir, dass sie lieber nach Gelting fahren, sie wollen nicht aufkreuzen. Aufkreuzen?? Wir segeln mit halben Wind (NW ist auch hier) auf die Flensburger Förde zu. Nach der – noch dänischen Huck – müssen wir allerdings gegen den Wind fahren, denn der hat hier plötzlich auf West gedreht. Aber das sind nur noch knapp 3sm, und bei den vielen hart am Wind bis gegen den Wind segeln in diesem Urlaub ist es kein Thema für uns. Unangenehm sind nur die 1000 schwarz-gelben Fliegen und die 500 Marienkäfer, die –nicht nur uns- seit Tagen belästigen und uns und das Schiff besetzen.
Der Hafen von
Langballigau liegt sehr geschützt in einer kleinen Bucht, aber dafür ist er mehr als eng. Die Gassen zwischen den Liegeplätzen sind nicht so breit, wie unser Schiff lang und so müssen wir uns in einen der wenigen freien Plätze richtig hineinwinden.
Früh am sonnigen Morgen fahren wir weiter nach
Flensburg. Wir können sogar ein Stück mit Spi segeln - das 1. Mal in diesem Urlaub – sehr schön. Im Stadthafen liegt man nicht nur zentral, sondern hat auch nach beiden Seiten eine schöne Sicht auf die 725 Jahre alte Stadt. Natürlich machen wir sofort einen Stadtbummel. Renate kommt an einigen Auslagen einfach nicht vorbei – ab und an braucht auch die Pantry eine „Auffrischung". In der 800 Jahre alten St Nikolai- Kirche hören wir ein Orgelspiel. Man hat die alte Orgel wieder mal auf den neuesten Stand gebracht und spielt sie gerade ein. Ein fantastischer Klang!!!! Wir sind begeistert.
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Blick vom Hafen Strib auf Frederica
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Eine sehr interesssante Rettungsübung
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Dyvig, am Ende des Sundes hat eine große Steganlage
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...den Als Fjord nach Sonderburg
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Flensburg - In der Fußgängerzone
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