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lWind, Wind, Wind und dann ist er weg….
Stralsund – Helsingör 29.06. – 05.07.2009
Eigentlich haben wir jetzt genug in „Bildung" gemacht – Backsteingotik hinten und vorne. Jetzt wollen wir mal wieder segeln, weiter kommen, aber…. wie es so ist….eine Starkwindwarnung folgt der anderen. Also von Tag zu Tag in Stralsund verlängern und hoffen – und nochmals in Stralsund alle Winkel erkunden. Am Morgen und Abend gibt es „Hafenkino", dann nämlich, wenn die Ziegelgraben- brücke für 20 min. aufmacht und Schiffe durchlässt. Kurz darauf legen dann viele mehr oder weniger gut an bzw. ab – und gerade bei dem Wind zeigt sich dann, wer sein Schiff beherrscht.
Als auch zum Wochenende weiter von Starkwind die Rede ist, holen wir uns einen Leihwagen und erkunden Greifswald, Rostock, den Barther Bodden, Bad Doberan und Rügen. Alles Orte, in die wir sonst nicht hingekommen wären. Es hat sich gelohnt mal mit dem Auto rund zu fahren. Es gab neue Eindrücke, wenn sie bei uns auch nicht immer so positiv blieben, denn wer will schon von „modernen Räubern" ausgenommen werden? So fanden wir z.B. keinen – und wenn er noch so klein und sonst wo war (im Wald versteckt) – Parkplatz, auf dem nicht eine Parkuhr war und man Parkgebühren zahlen musste. In Lohme wollte ich nur einen kurzen Blick auf den Hafen werfen und ein Foto machen (keine 2 min.) – schon war ein Ordner mit Kamera da, der abkassieren wollte (Halteverbotszone).
An den Gaststätten Schilder: „kein öffentliches WC". Das ist doch unfreundlich und abweisend. Könnte doch heißen: „für Gäste keine Toilettengebühr".
Zum Leuchtturm Arkona muss man natürlich als Seefahrer auch hin, sieht man den Leuchtturm doch normalerweise nur von See. Kap Arkona hat auch für alle Rügen Besucher seinen Reiz. Geschäftstüchtig sind die letzten 2 km zum Leuchtturm für die Durchfahrt gesperrt. Man kann auf einem Parkplatz für 3€ parken (es gibt sonst keine weitere und kostenlos schon gar nicht Parkmöglichkeit) und im pausenlosen Pendel verkehrenden Bimmelbahn (gegen entsprechendes Geld) oder mit einem Pferdefuhrwerk dorthin gefahren werden. Natürlich kann man auch laufen, oder ganz schlau: man bringt sich sein Fahrrad mit (wie wir). Dass die Besichtigung des Leuchtturms Geld kostet leuchtet ein, und wer eine alte DDR Bunkeranlage besichtigen möchte kann das gegen einen entsprechenden Obulus auch tun (wir nicht). Was war kostenlos? Das Abstellen der Fahrräder!
Am Montag ist dann der Wind so gut wie weg, was zur Folge hat, dass wir bis nach
Köslin ziemlich viel motoren. Aber wie es so ist, wenn eine Sache – in diesem Fall ein Hafen – angepriesen wird, es ist dann oftmals enttäuschend. So auch dieser Hafen – lange Teakholz belegte Stege, davor lang gestreckte, Baracken ähnliche Sanitär-Gebäude, ein Restaurant, Schiffsvermietung und die Werft. Dahinter einige Wohnhäuser, – Bäcker = Fehlanzeige (im nächsten Dorf) Einkaufsgeschäft = Fehlanzeige, dafür rundum Landschaft. Und dafür sind wir ca. 5sm die Peene hoch motort. Von Peenemünde sehen wir auch nicht gerade einladende Fabrikgebäude – für uns kein Ort um zu verweilen.
Der Wetterbericht meldet für Dienstag NE 3, das ist wieder nichts, um weiter nach Danzig zu segeln. Wir beschließen auf Grund der Wetterlage – bei der anhaltenden Ostwindlage – uns anzupassen und Richtung Dänemark, Schweden auszuweichen – Polen, Danzig ist damit für dieses Jahr gestrichen. Leider hält sich der Wind nicht an die Vorhersage, ist mehr nördlich und kaum über 2 Bfd. – So motoren wir einen Großteil der Strecke nach Glowe (Rügen).
Welche Überraschung, in
Glowe stinkt der Hafen mordsmäßig – hier kommt aus dem Grund stinkender Modder hoch. WLAN gibt es auch nicht – nach Aussagen des Hafenmeisters zu teuer (uns war es in Köslin mit 4€ / 1/2 Std. zu teuer). Dafür bekommen wir in einer Bäckerei gut schmeckendes Brot und auch Kuchen und jede Menge Frisch-Gemüse im Supermarkt. Glowe selber ist durch die netten, z.T. reetgedeckten Ferienhäuser und die adrette Strandanlage bestimmt für Urlauber empfehlenswerter, als für Wassersportler der stinkende Hafen.
Mit dem Wetterbericht tut sich der DWD (Deutsche Wetterdienst) im Moment schwer (und DP07 verbreitet diesen 4mal täglich). N 2-3 Bfd. entpuppt sich als kein Wind – und da ist es egal woher er kommt – Ergebnis: der geplante, schöne Anliegerkurs nach
Klintholm wird zur reinen, 7 Std. dauernden Motorfahrt. Einzig die vereinzelten Nebelfelder sind da, die Felsen beim Kap Arkona als auch Möns Klint sind leicht im Dunst, sonst herrlicher Sonnenschein und warm.
In Klintholm sind wir etwas stark von der Hafenliegegebühr mit 23€ überrascht. Mit Störtebecker wurde doch der letzte Freibeuter eleminiert. Sind nun Neue auferstanden oder ist abkassieren in Mode gekommen? Dafür ist dann Strom und Wasser im Preis enthalten – trotzdem extrem teuer, wenn man bedenkt, dass an der Hafenanlage seit wir sie kennen, nichts gemacht wurde (nicht mal umgefallene Pfähle wurden ersetzt).
Motoren ist groß in Mode – oder – was macht man als Segler, wenn der Wind ausbleibt und man weiterkommen möchte? Bis zum Kap Möns Klingt ist gut segeln, kaum sind wir um das Kap herum auf Kurs Richtung
Rödvig, schwächelt er und dann ist er ganz weg. Dafür haben wir strahlenden Sonnenschein, etwas dunstig zwar und die Klippen leuchten hellweiß. Der nächste Segelwind ist erst Mittags da und da haben wir nur noch 2,5sm bis zum Hafen. Wir bummeln nur mit gesetzter Genua hin. Hatten wir gedacht, dass es um diese Zeit – 14 Uhr – noch leer ist, so sehen wir uns absolut getäuscht. Wir finden gerade noch einen Platz am Kopfende eines Steges – und nach uns folgt Schiff auf Schiff – um die Zeit!!!! Nun ist bald Päcken liegen angesagt. Bis Abends reißt der Strom der einlaufenden Segler und Motorbootfahrer nicht ab, die Letzten kommen gegen 22 Uhr und hoffen auf einen guten Liegeplatz. Wir wissen, dass Rödvig immer sehr voll ist, dass es aber so voll wird, wussten wir nicht – aber wir waren auch noch nie in der Hochsaison hier.
Unseren Päckchenlieger stören wir beim Frühstücken als wir um 8 Uhr ablegen. Wieder kein Wind, wieder motoren…. Die Küste ist ähnlich wie die bei Klintholm oder Rügen - Kalkstein, nur nicht so hoch. Renate liest in einer Broschüre, dass es hier bei Stevens Klint eine große unterirdische Befestigungsanlage zur Sicherung des Öresunds gibt, die ihre Bedeutung nach Ende des „kalten Krieges verlor und aufgegeben wurde. Interessant ist die Kirche von Höjerup, die direkt an der Abbruchkante steht. Bei einem Abbruch der Felswand ist dabei ein Teil der Kirche, der Chor und der Friedhof, mit nach unten gerissen worden. Heute wird sie durch eine Betonwand gesichert.
In Höhe von Kopenhagen – Ausfahrt bzw. Einfahrt des Holländerdyp Fahrwassers beobachten wir die fast Kollision von 2 Frachtern. 2mal kurz hintereinander 5 kurze Töne, dann schwenkt der nach Norden fahrende Frachter nach Steuerbord ab (Ausweichmanöver) während der nach Süden fahrende Frachter nach Backbord schwenkt (völlig entgegen allen Regeln). So fahren sie auf einander zu. Es wird eng. Der nach Süden fahrende Frachter gibt voll zurück, wie man am Schraubenwasser sehen kann, dreht, und fast hätte er den anderen gerammt. Der kann gerade noch mit einem scharfen Schlenker ausweichen, aber dafür sitzt er entweder auf Grund, oder hat soviel Wasser in den Maschinenraum bekommen, dass er Schlagseite hat und fest liegt. Der andere läuft weiter, aber aus dem Fahrwasser und sitzt offensichtlich bald auf Grund. Kurze Zeit später: der Frachter hat Schlagseite, liegt fest, an Bord ist Hektik, Segler kommen sich das seltene „Schauspiel anzusehen, ein kleines Rescue Boot es Flughafens kommt, aber helfen kann man da nicht. Wir sehen, dass ein nicht verschlossener Niedergang halb unter Wasser steht und durch den -meine ich- ist viel Wasser in den Maschinenraum geflossen, daher die Schlagseite. Da wir sowieso nicht helfen können – ein Mayday Ruf ist auch nicht erfolgt – fahren wir weiter – einige Dänische Segler bleiben als Schaulustige zurück.
Wir steuern die kleine Insel
Flakfort an (liegt genau gegenüber von Kopenhagen). Diese künstliche Insel war eine reine Verteidigungsstellung, eigentlich eine riesige Bunkeranlage mit zig großen Geschütztürmen. Seit einigen Jahren ist sie vom Militär freigegeben, die Bunkeranlagen kann man besichtigen, alle Geschütze sind abgebaut, ein Restaurant wartet auf Gäste, die gerade am Wochenende recht zahlreich kommen. Man liegt geschützt in einer Ring-Festung und hat Grill und Sanitäranlagen. Am Abend sind dann die Gäste weg und es wird wieder Platz in der „Hafenanlage".
Wieder sagt uns der Wetterbericht einen herrlichen Sommertag – natürlich mit fast keinem Wind – voraus. Aber das sind wir nun schon gewöhnt und unser Motor auch – eine Woche fast nur motoren. Langsam (oder sehr bald) muss ich mich mit der Sprit-Nachfassung beschäftigen – in
Helsingör sind wir seit Fehmarn 50 Std. motort, dass heißt wir werden so um die 90 ltr. nachtanken müssen (bei einem 110 ltr. Tank).
Das von Frederik II im Renaissance Stil erbaute Schloss Kronborg (auf den Ruinen des von Erich von Pommern erbauten Forts) leuchtet in der nach- mittäglichen Sonne. Natürlich ist der große Hafen recht voll und „grüne" Schilder, die einen freien Platz anzeigen, sind nicht oft zu sehen – später hören wir, dass er eigentlich recht leer ist.
Hier wird alles per Automat erledigt – am Wochenende hat der Hafenmeister frei – also stehen wir erst einmal „dumm" vor dem Automaten. Wir wollen 2 Tage bleiben, Wäsche waschen – also was muss man drücken??? Mit der Hilfe eines Hafenbediensteten bekommen wir unsere Chipkarte und die für das Schiff not- wendige Banderole. War eigentlich nicht so schwer.
Auch die Geschäfte haben noch auf, wir bekommen ein sehr leckeres Brot und ich kann dann im Hafenkontor 23 e-mail lesen und beantworten – später stelle ich fest, dass der ganze Hafen über ein gut ausgebautes kostenloses WLAN Netz verfügt.
Und wie geht es jetzt weiter?? Wind aus N bis W oder aus Süd??? Die Antwort ist schnell gefunden: der letzte Kartensatz bis nach Göteborg ist nicht an Bord (fehlt noch in meiner Sammlung), dafür haben wir alle Karten von Jütland bis Skagen. Also planen wir (ganz leise, damit der Wettergott es nicht hört) den Kurs nach Jütland, wohin?? Wird der Wind uns zeigen – und die viel gepriesenen Inseln Anholt und Läsö wollen wir ggf. auf dem Rückweg anlaufen. Mal sehen, ob es so klappt.
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Wind, Wind, Wind in Stralsund
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Planung, wohin bei dem Wind?
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Kap Arkona im frühmorgentlichen Dunst
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Rödvig kennen wir nur als vollen Hafen
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Ein fast Zusammenstoß....
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Flakfort "Hafen"
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Schloss Kronborg in Helsingör
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