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11.07. - 20.07.2010   Arholma bis Trosa
Als wir aus der Bucht von Arholma um 8:30 Uhr losfuhren, zählen wir mehr als 25 Ankerlieger, dazu die Schiffe, die dicht gedrängt am Steg lagen, und noch einige an den Felsen, mit anderen Worten: gut besucht. Hatten wir auf NE Winde gesetzt, so wie uns der Wetterbericht vorhergesagt hatte, so sehen wir uns getäuscht – Wind gleich Null (aus allen Richtungen), das Wasser spiegelglatt. Aber immer noch besser ohne Wind zu motoren, als gegen den Wind, so trösten wir uns. Heute Morgen sind noch nicht viele unterwegs und wenn, dann sind es Finnen, die auf dem Weg nach Stockholm sind. So lassen wir gemütlich fahrend die schöne Landschaft an uns vorbeiziehen. Mittags erreichen wir unser Ziel, die als Bastion ausgebaute Insel Siaröfortet – Kyrkagarden. Hier hat man von 1916 bis 1928 den Felsen mit viel Beton aus und zu einer Festung umgebaut. Mit Kanonen versehen sollte es jeden feindlichen Angriff von See her abwehren. Inzwischen ist das Bauwerk vom Militär aufgegeben und kann als Museum besichtigt werden.
Überraschung: hier gibt es im Wanderheim einen guten WLAN Zugang. So kann ich endlich alle Berichte und Bilder auf meine homepage hochladen. Zudem erfahre ich, dass die „Brigantia" – unser Vereinsschiff – gerade heute unterhalb eines Gletschers auf Spitzbergen ankert.
Wie wir richtig vermutet hatten, verlassen am Abend (Sonntag) die meisten Motorboote den Anlegeplatz – Sonntagsausflügler – wir sind mit 2 Finnen, 2 deutschen und einem Schweizer Segler die Einzigen, die über Nacht bleiben.
Einen weiteren für uns neuen Platz erreichen wir – ebenfalls wegen fehlenden Windes unter Motor fahrend – nach 15sm Fahrt: Nässlingen. Ein kleiner gut geschützter Hafen auf der gleichnamigen Insel mit einem Restaurant und einigen zu mietenden Ferienhäusern. Der Besitzer hat viel auf der Insel getan, es gibt beleuchtete Wanderwege, Spielfelder für Fußball, Volleyball, Boul, einen überdachten Grillplatz, ein ganz toll ausgebautes Badehaus mit Sauna und Sanitäranlagen. Mit seinem großen Motorboot holt er Gäste ab und bringt Verpflegung hierher. Rundum, eine sehr schöne Insel bzw. Anlaufpunkt.
Der Wasahamn in Stockholm war für uns der letzte Hafen, in dem man Wasser fassen und einkaufen konnte. Jetzt wird es Zeit, dass wir wieder mal frisches Obst und Gemüse bekommen und auch der Wasservorrat geht langsam dem Ende zu. Baden kann man ja bei der Wassertemperatur, aber zum Kochen, Abwaschen etc. sollte doch das Wasser aufgefüllt werden. Wir haben – nach Süden fahrend – 2 Möglichkeiten ins Auge gefasst: auf Ingmarsö oder alternativ weiter bis Djuröbaden. In Djurö kennen wir einen schönen Laden. In Süd Hafen auf Ingmarsö kann man nur tanken, einkaufen ist nicht, also gleich weiter. Leider entpuppt sich der angesagte Süd Wind als mehr SE Wind und da müssen wir leider um Möja herum ein ganzes Stück gegenan motoren. Dann geht es unter Segeln flott weiter bis Djuröbaden. Aber das Einkaufen in Djurö geht nicht so, wie wir dachten, da es an einer Werft bzw. Restaurant keine Möglichkeit gab anzulegen. So fahren wir in den riesigen Yachthafen von Bullandö. Mehr als 1500 Schiffe liegen hier ständig, kein Wunder, ist der Hafen doch fast Vorposten für die Stockholmer, die von hier in nur wenigen Meilen in den schönsten Schärengebieten sind. Einkaufen, Wasser fassen und im Internet nach Neuigkeiten sehen, das sind die vordringlichsten Tätigkeiten. Als Hafen wirklich nur dazu, denn in der Ferienzeit vor einem gut besuchten Restaurant zu liegen bedeutet auch: große Geräuschkulissen.
Für Mittwoch war am Vormittag Gewitter angesagt – kam nicht – dafür in der Nacht ein kurzer Schauer, von dem wir nichts gemerkt haben. Übrigens der erste Regen, seit wir Fehmarn verlassen haben – bis jetzt ein toller Sommer. Die nächste Etappe ist wieder recht kurz: ein Blick in die nur 4sm entfernte Bucht Norrviken. Sehr schön - Steganlage mit Heckbojen – extra Bojen – werden vom SXK, dem Schwedischen Kreuzerverband unterhalten. Wir merken uns den Platz, der nur gegen N-Winde schlecht geschützt ist vor und segeln weiter nach Malma Kvarn. Auch hier gilt: in der Urlaubszeit gegen Mittag einlaufen. Am frühen Nachmittag sind alle Gästeplätze belegt. Aber auch für die, die noch am späten Nachmittag kommen, findet der nette Hafenmeister einen Platz und hilft auch noch beim Anlegen. Und wieder eine Überraschung: der Kiosk wird von Franzosen bewirtschaftet und da heute – 14. Juli – französischer Nationalfeiertag ist, gibt es einen „fransk" Abend mit Menu. Vorab ein Boule Match. Wir machen mit, kommen aber in der Endrunde mit 1:11 Punkten als Sieger nicht in Frage – trotzdem: es hat Spaß gemacht.
Wieder begrüßt uns ein blauer Himmel, die Sonne scheint kräftig vom Himmel, wir messen bereits um 8 Uhr morgens 23°C im Schiff, und jeder sucht einen Schattenplatz. Mit frischem Baguette beginnt der Morgen noch besser und so kann es uns auch nicht die Laune verderben, dass wir die 10sm bis nach Härsö motoren müssen. Den anderen Seglern geht es nicht besser. Also die schöne Landschaft betrachten, Schatten unter dem Bimini und nach der Ankunft gleich in das mit 22°C schon sehr angenehm warme Wasser springen. Gut, dass wir Härsö unter der Woche besuchen, denn zum Wochenende ist die Steganlage für Clubmitglieder reserviert. Das stört uns nicht, am Samstag wollen wir ja sowieso weiter fahren. 1 Tag Pause hier reicht uns, denn wenn man genau schaut, dann sind es ja 1 ½ Tage, weil wir mittags schon hier sind.
Aber auf den hohen Felsen mit seiner schönen Aussicht, klettern wir heute nicht mehr, es ist einfach zu warm dazu. So ist Baden angesagt mit abendlichem Grillen.
In der Nacht hat der Wind auf NW gedreht und weht direkt auf die am Felsen liegenden Schiffe. Kein Wunder, dass bereits um 8 Uhr keiner mehr am Felsen liegt. Hier am Steg ist es ruhiger. Und da Fotografierwetter ist, steige ich auf dem ca. 70m hohen Felsen, um noch ein paar Fotos zu machen. Während wir kurzzeitig fast alleine am Steg lagen, ändert sich das am Nachmittag schlagartig – kein Wunder, denn zum Wochenende ist hier ein Clubtreffen und… rechtzeitiges Kommen sichert gute Plätze.
Wir brechen am Samstag früh auf, der Wind, erst ein wenig mäßig, aber dann gegen Mittag richtig gut und aus der richtigen Richtung, schiebt uns bis Nynäshamn. Dabei lassen wir Dalarö mit seinen unsteten Windrichtungen Steuerbord liegen. Eigentlich ist es ein schönes kleines Städtchen am Berg gelegen mit netten rot eingedeckten Häusern, aber der Gasthafen liegt ziemlich weit weg und ist nicht so, wie wir es mögen.
Uns kommen – wie kann es auch anders auf der Haupt-Segelstrecke – jede Menge Segler entgegen oder folgen uns. Von Süden zieht eine Regenwand auf, man hört es grummeln. Und kaum haben wir in Nynäshamn festgemacht, regnet es heftig für ½ Std. Der Regen war für abends und die Nacht angesagt und nicht kurz nach Mittag! Was ebenfalls nicht passt ist, dass der Gasthafen gerammelt voll ist. Der Hafenmeister kommt uns bereits in einem Schlauchboot entgegen und meint „kein Platz mehr, aber wir können ja selber schauen". Machen wir auch und haben das Glück, dass gerade jemand ablegt. Und als Werner eine halbe Std. später ankommt, wird gerade neben uns wieder ein Platz frei – das nennt man Glück und darauf gibt es einen „Hafeneinlaufschluck". Später dann radeln wir für einen Einkauf zum nicht weit entfernten LIDL Laden.
Aber in der Saison ist Nynäshamn nur gut zur Versorgung, denn durch die vielen Ausflugsboote, die hin und her fahren, liegt man sehr unruhig. Daher geht es am nächsten Tag weiter nach Fifong. Aber mal einen neuen Weg, nämlich durch den Dragets Kanal. Hier wollten wir schon immer einmal durch, aber in der Literatur waren unterschiedliche Angaben über die Breite – von 3,25m bis 4m. Man versicherte uns, dass 4m Breite und 2m Tiefe die richtigen Angaben sind – also los, wir probieren es.
Und im Nachhinein betrachtet, es war eine der schönsten Durchfahrten, die wir bislang gemacht haben. Das „Herzstück", der Dragets Kanal ist in hohe, steile Felswände eingeschnitten und hat sogar an einer Stelle an der Seite eine Holzwand. Vor und nach dem Kanal sind viele schöne Anlege- und Ankerbuchten und sicherlich sind beides für viele Segler und Motorbootfahrer Argumente hier durch zu fahren. Einfach schön.
Fifong kennen wir von früheren Besuchen her und wissen, auch hier sollte man zeitig ankommen, um einen schönen Platz zu bekommen. Wer spät am Abend kommt hat aber immer noch die Möglichkeit am Felsen fest zu machen. Mit grillen klingt der schöne Fahrtentag aus und morgen bleiben wir noch hier, genießen die Ruhe und die Sonne. Dann geht es nach Trosa – es muss mal wieder Wäsche gewaschen werden und ob jetzt das WLAN Internet funktioniert???
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die Festungsanlage Siaröfortet mit modelierter Felsobefläche
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Nässlingen
der riesige Hafen Bullandö
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Französischer Abend in Malma Kvarn
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Abendstimmung in Härsö
durch den Dragets Kanal