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Vom 16.06. – 26.06.2011  Fehmarn - Figeholm
Donnerstag: Das hört sich ja gar nicht gut an – es ist 5 Uhr und Regen trommelt auf das Schiff. Wir sind beide wach, aber sollen wir bei dem „Mistwetter" schon aufstehen und dann auch noch losfahren???? Eigentlich nein, also noch mal rumgedreht und versucht zu schlafen. Ging aber nicht, also doch aufstehen und… der Regen hört sich schon viel leiser an. Ab 6 Uhr gibt es in 200m Ent- fernung in einem kleinen Laden frische Brötchen. Aber um 06:05 Uhr muss ich kräftig klopfen, damit mir aufgemacht wird – wahrscheinlich hat der Besitzer nicht gedacht, dass so früh bei Regen jemand kommt. Dafür sind die Brötchen noch gut ofenwarm als ich am Schiff bin. Derweil hat Renate bereits den Früh- stückstisch gedeckt – es regnet nur leicht aber alles ist grau in grau. Wollen wir wirklich losfahren und gleich am 1 Tag Regen, schlechte Sicht und dazu auch noch Gegenwind haben??? NEIN bleiben – aber das würde bedeuten gleich bis Sonntag oder Montag, denn das nächste Tiefdruckgebiet hat sich bereits ange- kündigt – habe ich gestern noch auf der Wetterkarte gesehen.
Als es um 8 Uhr aufklart, der Regen aufhört, entschließen wir uns zum „Doch- Start" – Ziel: Klintholm = 60sm oder ca. 12Std., wenn man 5 kn Fahrt zu Grunde legt.
Nun ja, mit Wetterberichten, egal wer sie macht und veröffentlicht, ist es so eine Sache. Der Dänische meinte SE Wind, der Deutsche ist für W-Wind und die heutige Wettervorhersage ist für leichte Winde um SE später W. Was wir haben, E-Wind mit 8-10kn. Da hat der Motor seinen Einsatz und brummelt bis auf die Höhe von Gedser. Das Wetter: mal kommt die Sonne durch, mal wird es Wolken dunkel, aber kein Regen oder Schauer, wie der Wetterbericht heute Morgen ver- sprach. Wir sind nicht böse drum. Ab Gedser dann Kurswechsel und nun haben wir einen guten Anlieger-Wind und Kurs. Der Wind frischt bis max. 19kn auf, wir kontern mit einem Reff in Genua und Gross und machen dennoch gute 6kn Fahrt. Die Sicht ist gut nur eben ein traurig grauer Himmel, wäre schöner, wenn die Sonne schiene, aber… man kann ja nicht alles haben. Zum Mittag hat Renate noch Fischbrötchen serviert, die wir in aller Gemütsruhe essen konnten. Mit der Ruhe ist es ab Gedser vorbei, Wellengang bis 1m von der Seite lässt uns ganz schön schaukeln, dafür aber kein Motor-Gebrummel, wie war das doch gleich??? …Man kann ja nicht alles haben. Ach so. Als eine dicke dunkle Wolkenwand von achtern aufzieht, entschließen wir uns statt weiter nach Klint- holm zu fahren, doch in Hesnæs einzulaufen. Das ist etwa zwei Stunden näher. Der Entschluss ist sehr gut, denn kaum sind wir richtig fest im Hafen, fängt es an zu regnen und später kommt noch ein kleines Gewitter vorbei – nur so als „Erinnerung" an den Wetterbericht, bei dem ja für „später" Gewitter mit Böen um die 7 Bfd. vorhergesagt wurden. So weit zum Wetterbericht.
Hesnæss scheint momentan fest in Holländischer Hand – mehr als 50% der Schiffe haben eine holländische Flagge. Kann es daran liegen, dass Hessnæs mit 90 DKR hier der preiswerteste Hafen ist?? (Klintholm nahm schon im letzten Jahr 170 DKR). Hesnæs (Dänemark) ist für uns gut, denn es sind ca. 50sm bis Fehmarn und 50sm bis Gislovs Läge (Schweden) – auch preiswerter als Ystadt. Jetzt hoffen wir nur darauf, dass wir morgen weiter kommen und von dem sich zum Skagerak bewegenden Tief weitestgehend verschont bleiben. Aber das wird sich morgen besser zeigen.
 
Und es hat sich gezeigt: der Wind bläst in Böen um die 20kn – hier im Hafen in der Abdeckung. Das dürfte dann zwischen Møn und Trelleborg um einiges mehr sein und sicherlich steht eine entsprechende Welle. Zwischen den Böen und den „schwarzen" Wolken sind immer wieder kurze „Erholungsphasen". Der Wetterbericht spricht von W 4-5 in Böen um 7 Bfd. Müssen wir da eigentlich losfahren?? Obwohl wir mehr als früh auf sind und eigentlich losfahren könnten, ziehen wir es vor einen Pausentag einzulegen. Denn schließlich haben wir seit Sonntag jeden Tag kräftig ohne Pause gearbeitet. Wie es aussieht, haben auch die Nachbarlieger alle keine Lust auszulaufen – es regt sich lange nichts im Hafen. So nutze ich die Zeit, um noch einige „Nachtrags-Arbeiten" zu erledigen, da waren doch noch an Renates Lattenrost Auflage einige Latten auszuwech- seln, wobei die Mitgebrachten erst auf das richtige Maß geschnitten werden müssen. Das Rigg muss nach dem 1. Segeltag nachgetrimmt werden, im Vor- schiff muss besser gestaut werden, so dass eine Koje frei bleibt, geschraubt werden muss auch noch, nämlich eine neue Halterung für die Klobürste – die alte hat Korrosionsflecken, die nicht wegzuputzen sind. Und was ist mit dem UMTS-Stick? Funktioniert der Zugang zum Internet? Natürlich nicht: also den Vertriebspartner in Augsburg anrufen und Hilfe holen. Nach einigen Prüfungen stellt sich heraus, dass der Stick nicht richtig freigeschaltet wurde, dass ich noch ein paar Einträge machen muss und dass wahrscheinlich hier kein UMTS Netz zu empfangen ist. SCHADE, ich hätte so gerne die Zeit genutzt um die neuen Seiten hochzuladen und vor allen Dingen mir die Satelliten Wetterüber- sicht zu holen. Geht nun leider nicht, kann mir aber die Information auch über meinen Wetterempfänger auf den PC holen. Oder ich höre die Durchsage der Funkstation DP07. Es sieht aber für Samstag nicht viel besser aus, nur dass der Wind auf SW drehen soll und die Wellenhöhe mit 1-1,5m noch höher als heute prognostiert wird. Da können wir davon ausgehen, dass wir auch am Samstag noch hier sind. Mal sehen, schlimm wäre es nicht, denn hetzen müssen wir nicht und Segeln soll schließlich auch Spaß machen.
Samstag kommt der Wind erst aus Ost und dreht später (gegen 11 Uhr) auf SE – es weht aber nur mäßig, d.h. ich messe nicht mehr als 10Kn Wind = 3 Bfd. Hätten wir fahren sollen?? Fertig waren wir jedenfalls bereits um 7 Uhr, aber da schüttete es und so beobachten wir unseren Holländischen Nachbarlieger, der nach Ystad oder Gislovs Läge losfährt. Aber mit einer Hanse 37 kann man viel höher am Wind fahren als wir es können – und so gesehen war die Entschei- dung richtig nicht zu fahren. Aber ärgerlich bin ich trotzdem – denn was hat der Wetterbericht gesagt: SW und der stellt sich erst am Abend ab 20 Uhr ein. Wir haben dennoch unser Schiff bewegt, nämlich von unserem Platz (wo der SW uns die Wellen unter das Heck klatschen würde) an die Mole. Dort wurde ein Platz frei und schwupp haben wir verlegt. Und was kann man mit solch einem unverhofften Pausentag anfangen? Spazierengehen? Das Dutzend Häuser an- sehen? Einen Fahrradausflug oder Busausflug nach Stubbeköping machen? Fahrrad wird verworfen, da immer wieder ein Regenschauer rüber kommt. Busausflug lohnt sich nicht, denn die Rückfahrzeiten des Busses am Samstag sind entweder Mittag oder Abend. Also in den Regenpausen Beine vertreten, mit Nachbarn reden, lesen und entspannen.
Die große Frage, die alle interessiert: wie verhält sich das Sturmtief (995 hPa), welches z.Zt. über der Doggerbank (mittlere Nordsee) liegt und sich ostwärts bewegt? Es soll am Sonntag Dänemark erreichen, am Montag die Westl. Ostsee und dann nach Finnland weiterziehen. So spricht der Wetterbericht auch ständig (heute wie auch für morgen) von Sturmwarnung für die Westliche Ostsee – also unser Gebiet. Nur ist davon nichts zu merken. Wenn das am Sonntag auch noch so ist, dann fahren wir los nach Gieslovs Läge – Aufbruch dann vor dem Wecken.
Ich wache um 4 Uhr auf und schaue nach draußen: klarer Himmel, leichter SW Wind, keine dicken (Regen) Wolken in Sicht. „Klarmachen zum Auslaufen um 5 Uhr". Schnell die klitschnasse Persennig (Kuchenbude) abgebaut, das Elektro- Kabel eingerollt und „Leinen los". Wir wollen eine schnelle Fahrt, denn das Tief sitzt uns ja „im Nacken". Nur mit Genua, direkt vor dem Wind ist das besser als das Gross dazu, laufen wir immer über 5kn. Und wenn mal nicht, nehme ich den Motor zur Unterstützung. Aber das ist dann ab Møns Klint kaum noch notwendig, denn da hat der Wind zugelegt und bläst mit 16-20kn (5 Bfd). Das reicht uns auch und stimmt dieses Mahl sowohl in Stärke wie Richtung mit dem Wetter- bericht überein. Dass bei dem Wind auch Wellen sind, ist klar – nur kommen sie von achtern und so ist auch klar, dass das Schiff rollt und schaukelt. Es ist schwer zu steuern, dafür hört es sich richtig gut an, wenn wir von einer hohen Welle (Wellenhöhe zwischen 1 und 1,5m) runter rauschen. Gedanken und Vergleiche kommen an unsere Atlantik-Überquerung mit der HR49 auf. Nur waren die Wellen bei 7 Bfd. viel viel höher und länger und die „Talfahrten noch schöner. Die angekündigten Schauerböen verschonen uns – ziehen an Steuer- oder Backbord an uns vorbei. Dabei wird die Sicht entsprechend schlecht und eine Fähre – Trelleborg – Warnemünde – kommt uns entgegen, hält ziemlich Kurs auf uns. Schnell die 3 Farben Laterne an, damit wir noch besser gesehen werden und sicherheitshalber Motor an und „Fersengeld geben. Er wäre eigentlich ausweichpflichtig aber sicher ist sicher. Eine weitere Fähre, auch von Trelleborg kommend, kreuzt in knappen Abstand unseren Kurs.
Um 13:30 Uhr sind wir vor dem Hafen Gislovs Läge, Segel bergen, Motor an und nichts wie rein. Nach kurzer Hafenrundfahrt finden wir einen guten und freien Platz, machen fest. Renates Aufatmen ist deutlich zu hören und als „Hafen- Einlaufschluck gibt es eine Tasse heiße Brühe. Danach ist Aufklaren angesagt und Ruhe. Jetzt kann das Tief kommen, wir liegen geschützt und mit dem Bug so, dass der Wind von vorne kommt. Jetzt noch schnell ausprobieren, ob ich mit dem neuen UMTS Stick ins Internet komme – hurra, es klappt und schon lesen wir die „aufgestauten" e-mails. Beantworten können wir sie ja dann auch morgen, denn da ist sicherlich auf Grund des durchziehenden Tiefs mit Wind von 6 Bfd und mehr wieder ein Ruhetag angesagt.
In Gislovs Läge ist eigentlich nichts los und man sollte – wenn man kann – am nächsten Tag auch weiterfahren. Aber….wenn man kann. Wir konnten oder wollten nicht, denn das jetzt statt nach Finnland nach Polen abziehende Tief schickte uns kräftigen Wind. Und da bleibt man besser im Hafen, macht einen Spaziergang zum einzigen Einkaufsladen und schaut nach Frisch Gemüse und Brot aus. Beides nicht so toll, trotzdem Brot muss sein auch wenn das unge- süßte sehr hell ist. Am Nachmittag wollten wir mit dem Bus nach Trelleborg fahren, aber das geht nur, wenn man im Besitz einer Fahrkarte ist, klar, nur der Busfahrer verkauft keine mehr und ohne nimmt er niemanden mit. Diese Infor- mation bekamen wir von jemanden, der ebenfalls nach Trelleborg mit dem Bus wollte. So fiel die Busfahrt aus und wir hatten einen ganz ruhigen Nachmittag.
Nach so viel Ausruhen, wurde es aber Zeit mal endlich wieder das Schiff zu bewegen. Früh sind wir wach und laufen bereits um ½ 6 Uhr aus mit Ziel Simrishamn. Nach uns folgen noch einige Schiffe alle mit dem gleichen Ziel und wir veranstalten eine kleine Wettfahrt mit einer X35. Irgendwann hat sie uns dann doch eingeholt – aber lange hat es schon gedauert. In Simrishamn liefen sie nur wenige Minuten vor uns ein – hatten solange mit Segelbergen zu tun gehabt – und liegen jetzt direkt neben uns. Wir kommen ins Gespräch: sie sind erstaunt darüber, dass wir so schnell gesegelt sind. Sie überführen das Schiff von Freunden, die es später in den Schären übernehmen und sie sind sehr ge- spannt auf die Schären, sind das erste Mal dort. Na klar, wenn man zu der "arbeitenden Menge" gehört, hat man nur begrenzt Urlaub und von Flensburg ist der Radius dann nur Dänische Südsee.
Für Mittwoch ist wieder SW Wind angesagt, Entschluss: wir segeln direkt vor dem Wind die 50sm bis Utklippan. Es schließen sich zu der frühen Stunde (wieder ½ 6 Uhr als wir auslaufen) sowohl unsere Nachbarn mit der X35 als auch die Nachbarn, von denen wir die Information mit der Busfahrkarte nach Trelleborg erhalten haben, an. Über die Hanö Bucht sollte man nicht bei Stark- wind fahren, aber der war auch nicht angesagt. Ein schöner, wolkenloser Sonnenaufgang und leichter SW Wind lässt mich die Hoffnung haben, dass der angesagte Wind mit 6 – 8 ms (4-5 Bfd) für eine schnelle Spifahrt günstig ist. Kaum haben wir den Spinnaker gesetzt, frischt es immer stärker auf. Also Spi sofort wieder runter und nur die Genua stehen lassen. Auch nur von kurzer Dauer ist dieses Manöver. Bei einer Geschwindigkeit von unter 4 kn würden wir ja mehr als 12 Std brauchen, also Gross dazu setzen. Jetzt den Kurs so abset- zen, dass das Gross die Genua nicht abdeckt. Um dabei auf unserer idealen Kurslinie zu bleiben, müssen wir öfter mal die Segel von einer Seite auf die andere wechseln – wir pendeln sozusagen vor dem Wind. Die schnelle X35  hält genau Kurs und ist somit langsamer, spannend. Auf Utklippan laufen wir ge- meinsam ein, sie nehmen die Ost-Einfahrt, wir die von der Westseite. Unser Lieblings-Liegeplatz ist noch frei und wird sofort eingenommen. 16 Uhr fest im Hafen, sehr gut. Darauf einen Hafeneinlaufschluck. Und weil die Sonne so schön scheint, beschließen wir heute zu grillen. Es wird ein schöner Abend mit unseren Nachbarn Renate und Volkmar von der Riesing Sun (Sunbeam 33). Sie waren uns von Simrishamn gefolgt, wollten Utklippan schon immer mal anlau- fen, jetzt war die Gelegenheit.
Der Hafenmeister versieht den Dienst ehrenamtlich und sagt uns noch, dass es heute Nacht regnen und ein Sturm aus W kommen wird und auch für morgen – Donnerstag – ist Starkwind angesagt. Wenn das so ist, dann bleiben wir halt hier.
Und es ist so, um 4 Uhr nachts zeigt der Meteo Wetter Recorder den rapiden Fall des Barometers durch blinken und leises piepen an. Die Barometerkurve fällt mit 2,9 hPa/h „in den Keller". Solch schnellen Barometer-Fall haben wir noch nie gesehen. Dazu bläst es mit bis zu 42kn aus West (bis 9 Bfd.). Mit nachts zusätz- lich ausgebrachten Leinen und Ruckfender liegen wir einigermaßen ruhig. Hätte nie gedacht, dass man in diesem doch sehr gut geschützten Hafen so herum schaukeln würde. Um 8 Uhr ist das Barometer schon wieder auf dem Weg nach oben und als wir gemütlich bei herrlichstem Sonnenschein und blauem Himmel gut Wind geschützt unter unsere Kuchenbude beim Frühstück sitzen, haben wir nur noch 24-28 kn Wind (5-6 Bfd). An der Hafeneinfahrt spritzen die Wellen hoch, die Möven stehen fast ohne Flügelschlag in der Luft. Nur die Bootsfahrer sind etwas unruhig, wollten doch die Meisten heute wieder weiterfahren. Aber das sieht nach einem Hafentag aus – zumindest für uns. Wir haben einen gemüt- lichen Tag auf Utklippan. Können in aller Ruhe Möven und Tordalken beobach- ten, fotografieren. Bei der Auswertung der Bilder stellt sich die Frage: welche nehmen wir denn?
Am Freitag ist der Wind abgeflaut, die Wellen entsprechend zurückgegangen – wir starten mit Kurs auf das nur ca. 25 sm entfernte Kristianopel. Unter blauem Himmel – nur eine paar Wölkchen sind zu sehen, Wind aus SW mit 12-14 kn lassen uns eine schnelle Fahrt unter Gross und Genua machen. An Backbord zieht der Südzipfel des Festlandes vorbei. Aus dem Fahrwasser, welches von Karlskrona über Torhamm führt und welches wir gerne auf der Rückfahrt neh- men, kommen einige Segler mit gleichem Kurs. Wir passieren die Windgene- ratoren und kurz danach halten wir bereits auf die Einfahrt von Kristanopel zu.

Im kleinen, schnuckeligen Hafen ist noch genügend Platz (nun ja es ist ja erst Mittag). Der Hafenmeister erklärt Renate: heute ist Mittsommer, der höchste Feiertag in Schweden und da brauchen wir keine Hafengebühr zu bezahlen – toll. Und es kommt noch besser: die Hafenmeister haben eingelegten Silk, Kartoffeln und dazu Schmand und Bier gekauft und laden alle Hafenlieger zum kostenlosen Essen ein. Als Nachtisch dann noch frische Erdbeeren mit Schlagsahne.
Um 16 Uhr sitzt eine bunt gemischte Seglergruppe an einer langen Tafel beim Essen zusammen. Die Meisten sind zwar Deutsche, aber auch einige Holländer, Schweden und sogar ein Finne sind heute hier. Nach dem Essen dann auf dem nahegelegenen Campingplatz der obligatorische Tanz um den Maibaum mit Liedersingen und Kindertanz. Da für Samstag W-Wind angesagt ist, wollen wir gleich weiter, den Kalmarsund so schnell wie möglich passieren, bevor der Wind von Nord (Gegenrichtung) bläst.
 
Wind zwischen 12 und 22 kn (4-5 Bfd) lässt uns nur unter Genua mit bis zu 7kn nach Norden segeln. Dazu ist der Himmel klar bis wir nach Kalmar kommen. Dort ein kurzer Regenschauer, der vor uns durchzieht und schon haben wir Kalmar passiert. Wir fahren gleich weiter und sind um 15:30 Uhr fest im Hafen von Borgholm. Aber welche Überraschung oder auch nicht: Der Hafen ist proppenvoll, mit Mühe finden wir noch einen Platz im hinteren – von uns bevorzugten Hafenteil, eingekeilt zwischen Motorbooten. Aber hilfreich sind die Schweden schon. Das Anlegemanöver klappte nicht ganz so wie es sollte. Renate bekam den Bojenhaken nicht verriegelt, ich konnte nicht weiter in die „Park-Lücke" einfahren, musste aufstoppen und dadurch wurde unser Schiff durch den starken achterlichen Wind über die Leine gedrückt. Also rückwärts, Leine loslassen, erneut anfahren, vor der Boje aufstoppen, Renate angelt den Bojenhaken von der Boje – wieder zurück und nochmals anfahren. Das brachte natürlich viele Zuschauer – Hafenkino nennen wir das. Aber dann ging alles sehr schnell und wir waren an der Boje fest, vorne bekam Renate Hilfe vom Hafenmeister und Nachbarliegern und alles in allem dann ein gutes Manöver.
Aber hier ist „der Bär" los. Massen an Menschen, laute Musik von der Disco, die aber gut übertönt wird von einigen Musikboxen auf Motorbooten direkt neben uns. Um in die Disco eingelassen zu werden, stehen die Jugendlichen gerne bis zu 2 Stunden an. 2 Schlangen– jede mindestens 100m lang – es ist die einzige Disco in der näheren Umgebung. Sie fasst 2000 Leute! Die Jugend- lichen auf dem kleinen Motorboot – bis zu 9 Personen zählen wir – saufen bis „zum umfallen". Nach dem Motto: wer Mittsommer nicht völlig besoffen ist, der hat nicht richtig gefeiert. Bin mal gespannt, wie schnell die alle so "zu" sind, dass sie auch keine Musik mehr machen können. Das war erst gegen Morgen. Schlafen mit Oropax oder ebenfalls mit einer guten Wein-Bettschwere.
Am nächsten Morgen sieht man die leeren Bierdosen, leere Kartons, Bierkisten und sonstiges was so alles über Bord geschmissen wurde, im Hafen schwim- men. Wir sehen zu, dass wir auslaufen und nach Figeholm kommen. Der ange- sagt leichte Wind aus NW (das wäre gegenan) stellt sich nicht ein und so ist nur kurzes Segeln angesagt, der Rest ist motoren.
In Figeholm verabschieden sich Volkmar und Renate von uns. Sie wollen nach den „gehetzten sm" pausieren, während wir so bald wie möglich in Stugvik sein wollen, um Werner und Rosi von der Timpe Te zu treffen.
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noch hängen dunkle Wolken am Himmel als wir los- fahren
Kaum in Hesnæs festgemacht, kommt ein dicker Regen herunter
im WC-Raum muss noch ein neuer Halter angebracht werden
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Hesnæs hat die größte Anzahl Reed gedeckter Häuser von Dänemark
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Die Kreidefelsen von Møns Klint (Dänemark)
Eine weitere Fähre kreuzt unseren Kurs
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uns einzuholen tut sich die X Yacht aber schwer
Eleganter Flug im Starkwind
über die Mauer der Hafeneinfahrt schlagen immer wieder Brecher
25,8 kn war nicht alles - in der Nacht bis 42 kn
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Mittsommer-Feier in Kristianopel
ein eisiger Wind mit 12-24kn bläst uns von Kristianopel nach Borgholm
Schlange stehen zum Besuch der Disco