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27.06. - 05.07.2011 Figeholm -Trosa
Normalerweise würden wir in Figeholm mindestens einen Tag Pause machen. Normalerweise. Aber durch die vielen unfreiwilligen Pausentage und dadurch, dass Renate in Kristianopel die Gelegenheit hatte zu waschen und dadurch, dass sie nach unser Ankunft auch noch einkaufen konnte (der CoOp hat auch am Sonntag bis 18 Uhr auf), haben wir alles, was notwendig war, erledigt. Und was noch nicht war, wie Wasser und Diesel aufzufüllen, wurde auch noch am Nachmittag gemacht. So stand der morgigen Weiterfahrt nichts mehr im Wege. Und außerdem, es wird Sommer, der kalte Wind ist einem warmen Sonnenschein gewichen. Es scheint zu stimmen, was die Schweden sagen: nach der Mittsommer Feier kommt der Sommer.

„Wie viel sm sind es bis nach Stugvik?" „49, das könnten wir packen, wenn wir früh losfahren". So starten wir kurz vor 7 Uhr bei strahlendem Sonnenschein und kaum Wind. Also Motorboot-Fahrt durch den engen und kurvenreiche Felsen- garten nach Norden. Hier heißt es besonders gut aufpassen, denn die Sonne blendet zum Teil so stark, dass man nicht erkennen kann, ob es sich voraus um eine grüne oder rote Fahrwassermarkierungs-Stange handelt. Gut, dass der Plotter so genau anzeigt (offensichtlich empfangen wir sehr gute GPS Signale). Leider stellt sich der Wind den ganzen Tag immer nur sporadisch ein und pendelt zwischen NW am Morgen und SE-S am Nachmittag. Unsere grobe Richtung ist Nord. So lohnt es sich nur ab und an die Genua zu setzen um sie „mitziehen" zu lassen. Das gibt dann ½ bis 1 kn mehr Fahrt – nicht gerade prickelnd.
Nach Passieren von Idö (normalerweise unser Tagesziel von Figeholm aus), nimmt der Schiffsverkehr auf den „Wasserautobahn" zu. Viele Segler sind unter- wegs – die ersten Ferien haben begonnen – und kreuzen das Fahrwasser hoch oder lassen sich von dem S-Wind langsam nach Norden treiben.
In Stugvik angekommen, werden wir erfreut von unseren Freunden empfangen, sie hatten erst morgen mit uns gerechnet.
Abends wurde gegrillt, und dann begannen 2 herrlich faule Tage mit Sonnen- schein an dem wunderschönen Platz. Die Badesaison wurde von Rosi eröffnet und da konnten wir nicht nachstehen. Gut durch die Nachmittagsonne aufge- wärmt waren die 17°C Wassertemperatur gar nicht so kalt. Renate meinte sogar „gefühlte" 19°C und da kann man doch wirklich länger als nur kurz drin bleiben.
Ich benutze die Pausentage, um den Reisebericht zu vervollständigen und um Bilder auszusortieren. Leider haben wir hier keinen UMTS Empfang, sonst hätte ich auch noch meine Internetseiten hochgeladen.
Stugvik eignet sich bestens zur Erholung von „gehetzten" Tagen. Lange schla- fen, kurzes Aufwecken im kalten Wasser, gemütlich frühstücken, beobachten, wie auf den schwedischen Nachbarschiffen so nach und nach der Tag beginnt. Meistens ist es dann 11Uhr oder noch später, bis sie losfahren. Ausnahmen sind die Schiffe, die an den blauen SXK Bojen festgemacht haben. Bei denen ist frühes Abfahren angesagt, außer, man muss den Hund noch „Gassi führen", also mit dem Beiboot und Hund an Land fahren. Am 2. Pausentag sind wir mit 2 deutschen Schiffen alleine am Steg, außer uns sind nur noch am Nachbarsteg 2 Schweden, zu denen sich am Abend noch ein Finne hinzugesellt. Dass am Abend gegrillt wird, versteht sich fast von selber und bei einem gemütlichen Zusammensein an den für diesen Zweck auf der Steganlage installierten Tischen, lässt sich vorzüglich der Abend genießen.
Der Wetterbericht sagt zwar schönes Wetter voraus – was uns freut – aber auch wenig Wind. Und der wenige Wind kommt auch noch aus Norden. So wird es nichts mit segeln – die sogenannte „Unterwasser-Genua" (Motor) muss gesetzt werden.
Im nur knapp 5sm entfernte Fyrudden ist der 1. Stopp. Hier tanke ich erst einmal, fülle noch Wasser auf und Renate kauft ein. So sind wir für die nächsten Tage in den Schären gut gerüstet. Denn vor Trosa gibt es keine weitere günstige Ein- kaufsmöglichkeit.
Nach dieser Versorgung motoren wir die restlichen 5sm bis zum Fischer in Håskö-Lisselön. Dort schauen wir erst einmal was der Fischer so hat – Graved Lachs kommt in unseren Vorrat für die nächsten Tage. Komisch ist, dass so wenige Schweden losfahren. Alle Bojen sind belegt und bleiben es auch noch. Dazu sind mindestens 10 Schiffe hier von denen nur 2 oder 3 am Nachmittag wegfahren und durch Neuankömmlinge ersetzt werden. Auf einem Spaziergang finden wir richtig viele Blaubeeren. Es sieht so aus, als wenn noch niemand vor uns da war und Blaubeeren gesucht hat.
Den Abend lassen wir an Bord mit Rummikup spielen ausklingen, wobei ich alle Spiele gegen Renate verliere.
Für Freitag haben wir uns als Ziel den nur 17sm entfernten Clubhafen Snedskär ausgesucht. Blauer Himmel, leichter NE Wind – wie vorausgesagt – also erst wieder einmal motoren. Dann dreht der Wind leicht auf E – Segel hoch und mit unglaublichen 3-4kn Fahrt wird gesegelt. Wie lange? Bis wir an der Boje Keysaren sind, da ist der Wind wieder N-NE und aus ist es mit segeln. Auf der gekrönten Boje und das wird von Renate gleich im Bild festgehalten, stehen nicht nur Gläser, sondern jetzt auch eine leere (Schnaps) Flasche. Wir wissen nicht was es mit dieser schwedischen Sitte auf sich hat – an der Boje Halt machen und mit einem Glas Schnaps anstoßen. Anschließend wird das Glas auf den Bojenrand gestellt. Soll dieser Brauch ähnlich sein wie unserer? Bei Törn Beginn wird Neptun mit einem Schluck Rum um eine gute Fahrt gebeten. Oder ist die gekrönte Boje eine Erinnerung an König und Kaiserzeit? Wir wissen es nicht.
Um 13 Uhr sind wir fest in dem schönen Clubhafen. Dann folgt 1 Std. später die Überraschung: Volkmar und Renate mit der Sunbeam 33 laufen ein – sie haben uns eingeholt. Große Begrüßung. Der Hamnwärd fragt uns, ob wir uns ausken- nen und als ich ihm sage, dass wir jedes Jahr hierherkommen, meint er nur: dann kennt ihr euch aus und viel Spaß hier bei uns". Am Abend treffen wir uns alle auf der von uns so getauften „Sonnenuntergangs-Beobachtungs-Bank". Jetzt ist die Zeit, um mit Werner und Rosi und auch mit Volkmar und Renate einen „Begrüßungssekt" zu trinken und auf  den Sonnenuntergang zu warten. Rot verschwindet die Sonne hinter Wolken. Ein Schwede erklärt uns: wenn die Sonne rechts von dem einzigen in der Welt mit Oel betriebenen Atomkraftwerk untergeht, dann ist es Sommer – und die Sonne geht rechts vom Atomkraftwerk unter.
Leider ist dieser Sommer geprägt von ausgiebigen N-Winden – mal stärker, mal schwächer, mal auch aus NE. Aber für uns, die wir nach Norden wollen, immer gegenan. So auch am Samstag. Wind aus N und später aus NE mit bis zu 20kn. Das heißt: erst einmal motoren, dann an der Küste vor Oxelösund segeln mit der Genua bis Oxelösund.
Oxelösund kann man nicht über sehen; d.h. von der Stadt sieht man nicht viel, aber von dem Stahlwerk!!! Eine Abgaswolke hängt in der Luft, Schlote, Schiffs- kräne, hohe Fabrikgebäude – schnell weg und weiter.
Dann wieder motoren bis wir auf der schönen Vereinsinsel des Segelclubs Nyköping in Broken sind. Die uns entgegenkommenden Segler freuen sich über den schönen achterlichen Wind – des Einen sein Freud, des Anderen sein Leid, kann man da nur sagen.
Schon von weitem sehen wir einige Masten. Da wir von Süden kommen,sehen wir dass viele Boote in der nach Westen hin offenen Bucht liegen. Die Bucht ist gegen N und NE Winde gut geschützt.
Und so erstaunt es auch nicht, als wir in die „normale" nach Osten hin gerichtete Bucht einlaufen – niemand da. Mit dem starken NE als Seitenwind ist das An- legen – Heckanker werfen und dann an der Brücke anlegen – nicht ganz so einfach. Kaum sind wir fest, folgen uns in kurzem Abstand die Timpe Te und die Sunbeam 33 und der dann noch 3 andere Deutsche und zwei Schweden. So ist eine gewisse Hektik nicht zu vermeiden. Renate und ich springen von einem anlegenden Boot zum anderen. Alle haben ihre Problem mit der durch den Wind bedingten Abdrift und dem Festmachen. Dann folgen in kurzem Abstand noch ein paar Schweden, die sich in die Lücken drängen wollen. Am Abend bekom- men wir eine Demonstration, wie man als Segler durch die schmale Nordein- fahrt segelnd in die Bucht fährt, dort mit einem Aufschießer gegen den Wind dreht, das Gross fallen lässt und sich dann lässig vom Wind an einen Steg treiben lässt, wobei in genügend Abstand der Anker fallen gelassen wird. Ein perfektes Manöver - ausgeführt auf einem 22 Schärenkreuzer von nur einer Person – alle Hochachtung.
Volkmar und Renate sind nach einem Spaziergang über die Insel ebenfalls be- geistert von dem schönen Platz. Nach dem abendlichen Grillen dreht – Vorher- sage gemäß – der Wind auf Nord und frischt auf. Jetzt ist die Haltekraft der Anker gefragt, denn seitlicher und fast achterlicher Wind drückt die Schiffe an den Steg. Für Einige wird es eine unruhige Nacht – unser Anker hält sehr gut und dement- sprechend schlafen wir auch gut. Auch den Sonntag über soll der starke N-Wind anhalten und wir verzichten darauf heute wieder gegen den Wind zu motoren. FEIERTAG.
Ein friedlicher Sonntag – leicht bis mäßig bewölkt, ein kalter Wind aus Nord, der aber immer mal eine kleine Ruhepause einlegt. Wir überlegen, ob wir doch noch am Nachmittag bis Fifång oder bis Trosa fahren sollen. Entschließen uns dann doch hier zu bleiben – warum denn schon wieder gegen den Wind motoren? So erkunden wir den Weg zur Bastu (Sauna) sehen uns auf der dicht mit altem Baumbestand bewachsenen Insel um. Alle Wege sind mit Lampen ausgestattet und alles ist sehr gepflegt. Sogar die Duschen sind warm!! Wer hätte das vermutet? Wir nicht, denn normalerweise gehen wir hier schwimmen. Nur heute war niemanden danach – zu kalt ist der Wind. Wir sind heute eine richtige „deutsche Kolonie" – 5 Schiffe unter deutscher Flagge und nachdem am Mittag das letzte hier am Steg liegende schwedische Schiff abgelegt hat, sind wir alleine. Am Abend dann nicht mehr, denn da haben sich etliche große (über 12m Länge) an den Außensteg gelegt – wir hatten wieder Hafenkino.
Wir Segler sind ja vom Wetter abhängig - zumindest einige von uns. Während die Schweden auch bei „Hack" segeln, warten wir lieber auf passenden Wind oder zumindest auf ein abflauen des starken Windes. Nur ewig wollen wir auch nicht warten…… Für die ganze nächste Woche ist mal mehr mal weniger N bzw. NE Wind angesagt. Also doch weiter nach Norden und wenn, dann mit Motor. So ist Montag morgen Start nach Trosa angesagt. Aber vorher müssen die tief im Schlick eingegrabenen Ankern gehoben und dann von dem festsitzenden Schick befreit werden. Danach nehmen wir Abschied von Volkmar und Renate, die langsam wieder zurück fahren wollen / müssen. Es war schön mit ihnen zusam- men zu fahren – also bis später und eine gute Heimfahrt.
Wir dieseln die knapp 20sm bis Trosa. Der Wind ist nicht so stark wie angesagt (max. 14kn), die N-Richtung stimmt, und auch die dichte dunkle Wolkendecke aus der es erst am Nachmittag regnet, stimmt. Schade, eine so trübe Stimmung für die wirklich sehr schöne und kurvenreiche Strecke. Wir kommen an vielen Stellen vorbei, wo bei schönem Wetter Schiffe an Felsen liegen – aber wer will schon bei solch trüben Wetter am Felsen liegen, wir nicht!
Ein paar „Schmankerl" sind auf der Strecke – enge und wie im Z-Kurven ver- laufende Fahrrinnen. Bei passendem Wind sind wir die vor einigen Jahren mit Rauschefahrt durchgesegelt. Das war fast wie Regatta Segeln und um Wende- bojen herum – Segel auffieren (Segel weiter ausstellen) Segel dichtholen, Segel schiften (auf die andere Schiffs-Seite bringen) und das mit genügend Gegenverkehr. Heute nichts davon – der Motor brummelt bis Trosa.
Hier starten wir gleich einmal den obligatorischen Einkauf – mit den Fahrrädern kein Problem. Danach Kaffeetrinken und die mitgebrachten Kuchen essen, Tagebuch schreiben, lesen, Sodoku lösen
.
Eine Überraschung ist dann doch noch zu verzeichnen: wir treffen Adi und Moni aus Konstanz. Sie sind mit einem Bekannten mit dem Schiff 14 Tage in den Stockholmer Schären unterwegs. Schade, dass sie keine Zeit haben, wir hätten sicherlich viel zu erzählen gehabt.
Trosa ist immer einen Besuch wert – auch bei trüben Wetter. Wir haben 2 Tage eingeplant, denn dann brauchen wir mit Einkaufen und Wäsche waschen nicht zu hetzen. Und da die Sonne sich am Vormittag noch hinter dicken schwarzen Wolken verbirgt, machen wir alle 40min einen Gang zur Waschstube. In der Zeit ist eine Maschine fertig mit waschen und der Trockner kann bestückt werden. Auch der braucht ca. 40min. So sind 3 Maschinen Wäsche am Mittag trocken. Da lacht dann auch die Sonne wieder. So bummeln wir am Nachmittag durch das nette Städtchen – es hat sich nichts verändert. Die hübschen alten Häuser sind rundum mit Blumen geschmückt und auch auf den Brücken über den kleinen Fluss sind überall blühende Blumen. Das Aussehen des Rathauses hat sich nicht verändert – wie die Fotos beweisen.
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den Hafen auf Idö lassen wir StB liegen - es geht weiter nach Norden
Auf der "Wasserstraßen-Autobahn" hat der Verkehr zugenommen
in Stugvik ist grillen angesagt
Blaubeeren satt - hier hat vor uns wohl noch niemand gesucht
wenn rechts vom Atomkraftwerk die Sonne untergeht ist es Sommer
Bei einer Wassertemperatur von 20°C ist dieBadesaison eröffnet
Ein super Hafen-Manöver: unter Segeln durch die enge Durchfahrt, Aufschießer, Segel bergen und vom Wind an den Steg treiben lassen - alles alleine und ohne Maschine
bei so trüben Wetter sind wir die schöne Strecke auch noch nicht gefahren
Blumen an jeder Brücke - Trosa ist immer ein Stop wert
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