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Madeira Madeira Madeira Madeira Ein kalter Novembertag – eine Reise-Annonce in der Zeitung: „Busreise in das Blumenparadies Madeira"… - ein Blick zu Renate, und sollen wir? Klar, wenn noch Plätze im Februar frei sind… und es waren, also nichts wie gebucht. Der Februar hat Deutschland fest im Wintergriff, Eis, Schnee und Kälte – das richtige Wetter um auszureißen, der Sonne und Wärme entgegen. Eventuell haben wir auch schon einen Vorfrühling. Am Dienstag ist Reisetag, aber mit moderaten Bedingungen: Flug ab Stuttgart um 14:40Uhr und Zubringer zum Flughafen mit einem Reisebus ab Rottweil – Abfahrt 11:00Uhr. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Winterseite, Sonne nach nebligem Morgen und das heißt: Raufreif auf allen Bäumen und Büschen, blauer Himmel, trockene Straße. Pünktlich sind wir am Flughafen, können ohne Warteschlange einchecken und haben bis zum Abflug gut eine ¾ Std. Zeit. Der voll besetzte TUI-Flieger hebt ebenfalls pünktlich ab, zeigt uns in einer langen Rechtskurve das von Schnee eingefasste Stuttgarter Kreuz, die Schnee bedeckten Felder um Stuttgart und gewinnt schnell an Höhe. Dann ist für lange Zeit unter uns eine mehr oder weniger dichte Wolkendecke, die erst wieder lichter wird, als wir über Portugal den direkten Weg nach Madeira einschlagen. Madeira empfängt uns mit dichten Wolken und Regen bei 20°C. Unserem Reiseleiter wird einiges an Geduld abverlangt, bis er die 29 Personen der „Hauser Gruppe zusammen und in den wartenden Bus geleiten hat. Der Grund ist nicht Bummelei der Einzelnen, sondern die Gepäckförderbänder wurden vertauscht, da wo „Ankunft aus Frankfurt" stand, kamen die Stuttgarter Koffer an und da wo „Ankunft aus Stuttgart" stand, kamen die Frankfurter Gepäckstücke an. Und so dauerte es eben etwas länger, bis jeder sein Gepäck hatte. Aber was macht es, wir haben ja Urlaub und im Hotel gab es zudem noch ein gutes Abendessen und den ersten portugiesischen Wein. Der Mittwoch ist ein Regentag, so beginnt er und so hatte es auch der Wochen Wetterbericht angekündigt. Schade, denn gerade als im kleinen, hübschen Ort Madalena do Mar durch einen Bananenfeld gehen, regnet es kräftig und Schirm halten, fotografieren und sich dann den engen Weg entlang schlängeln ist nicht so ganz einfach. So ist die Besichtigung auch nur sehr kurz, gerade lang genug um zu erfahren, dass hier Bananen bis ca. 400m Meereshöhe angebaut werden. Jede Staude nur einmal eine Bananenstaude hervorbringt, dann abgehackt wird und ein Ableger hochgezogen wird, der im nächsten Jahr die nächste Bananenstaude hervorbringt. In Ribeira Brava meint es der Wettergott mit uns nicht gut – es schüttet nur so. Also keine große Ortsbesichtigung, sondern nur schnell bis zur Kirche, rein und geschaut. Aber dann haben wir doch noch etwas Glück, es regnet nur noch langsam, so dass man von den anrollenden Brechern, dem an den Hängen sich hochziehenden Ort, und den sich am den Berghängen hoch windenden Straßen noch ein paar Bilder machen kann, bevor es weiter geht. Von Ponta del Sol hat unser Busfahrer richtig Arbeit, nicht nur dass Kurve auf Kurve steil nach oben führt, für Ausweichmanöver wenig bis gar kein Platz bleibt, sondern in Sturzbächen kommt uns das Wasser entgegen. Dazu ist die Straße Schlagloch übersät – noch nicht EU gefördert. Madeira hat aber in der Vergangenheit gut von der EU profitiert – ca.145 Tunnel wurden inzwischen gebaut, der längste mit 13km. Das macht den Verkehr recht flüssig – Nachteil für die Touristen: man kommt weniger durch die kleinen Städtchen, denn zum Teil sind die alten Küstenstraßen durch Erdrutsche zerstört und werden nicht mehr in Stand gehalten. Bis zur Hochebene in ca. 1000m ist die Vegetation von Bananen über Wein und Gemüseanbau in Eukalyptus- und Lorbeer Wald übergegangen. Auf der Hochebene ist von dem weitläufigen Moor leider sehr wenig zu sehen, zu dicht ist der Wolken-Regen-Schleier. Die Sicht wird erst ein wenig besser, als wir die fast endlosen Serpentinen im Norden nach Porto Moniz runter fahren. Kühe laufen hier frei herum. Malerisch liegt der Ort vor uns mit seiner Felsenküste, den aus ausgewaschenen Felsen gebildeten Naturschwimmbecken, der hoch auf spritzenden Gischt. Eigentlich wollten die Fotobegeisterten die Pause sofort dazu benutzen möglichst viele Bilder zu machen. Aber ein kräftiger Schauer lässt alle erst einmal in ein Restaurant eilen. Während wir uns ein gut schmeckendes Fischgericht - Degenfisch- einverleiben, klart der Himmel auf – das Fotowetter heute! Und schon klicken im Takt der Wellen die Fotoapparate. Aber es ist auch eindrucksvoll wie die Brecher anrollen und sich an den vorgelagerten Felsen brechen und hoch aufschäumen. Man hätte noch hunderte Fotos machen können, wenn da nicht der Abfahrtstermin gewesen wäre. Nun geht es die Küstenstraße im Norden entlang. Wir sind sie vor 16 Jahren gefahren als sie noch eng und kurvig war, allerdings auch ohne so viel Verkehr wie heute. Der wird jetzt durch viele Tunnel geführt. Die alte Straße ist nur selten zu sehen und befahren werden darf sie auch nicht mehr – außer in den kleinen Ortschaften. In Sao Vincente verlassen wir die Nordstraße und nach einem kleinen Stopp fahren wir wieder über viele Serpentinen hoch auf 1000m. Leider sind an dem anvisierten Aussichtspunkt wieder nur dichte Wolken zu sehen. Da hätten wir auch den langen Tunnel wählen können, der den ganzen Pass unterführt. Statt Aussicht genießen wir einen „der besten hier dargebotenen Ponchas" wir unser Reiseführer sagt, zum unschlagbaren Preis von 1.50€ das Glas. Mit beidem hat er Recht. So „gönnen" wir uns noch einen halben als „Nachschlag". Heftige Windgeräusche oder sollte man besser sagen: Sturmgeräusche, wecken uns am Donnerstag. Ein Blick nach draußen zeigt wagerecht peitschende Regenböen im Licht der Schwimmbad Beleuchtung. Palmwedel die fast angerissen werden. Brandung tobt und poltert gegen die Steinschüttung. Schade, für Filmaufnahmen ist das Licht zu wenig – so nehmen wir alles in uns auf und fragen uns, ob wir den für heute geplanten Ausflug nach Funchal bei dem Wetter überhaupt machen sollen. Beim Frühstück sind alle sehr skeptisch und die allgemeine Meinung dass man die Fahrt lieber auf Montag – unseren freien Tag – legen sollte. Unser Regen getränkter Reiseleiter (nur auf 20m vom Auto bis zum Hoteleingang ist er platschnass geworden) erklärt uns aber, dass Bus, Fahrer und alle Eintrittsgebühren für heute organisiert sind und die Reiseorganisation hier nichts umplanen kann – zu eng sind die Termine. Laufschritt bis zum Bus und dann kann es losgehen. Im Ortskern von Calheta fließt uns Wasser in Sturzbächen die steil bergan führende Straße vom Hotel zur Autoschnellstraße entgegen – bunt gemischt mit Felsbrocken aller Größen. Der Regen peitscht gegen die Scheiben, der Sturm rüttelt am Bus – bis wir geschützt durch den 1. Tunnel fahren. Am Ausgang des nächsten Tunnels dann bis zur Straßenmitte herab geschwemmtes Geröll – die Felsbrocken möchte ich nicht aufs Auto bekommen. Zwischen den einzelnen Tunneln packt uns jeweils der durch die Schluchten pfeifende Wind und Regen – keine einfache Fahrt für unseren Busfahrer. Wir werden an der Markthalle abgesetzt und sind schnell im Trockenen, können uns dem Betrachten der vielen angebotenen Früchte hingeben. Und was es da nicht alles gibt….viele der Früchte sind uns unbekannt und werden uns erklärt. Dann die Fischhalle. Auffallend sind die vielen langen schwarzen Fische – das sind Degenfische, die wir bereits gegessen und für sehr gut schmeckend gefunden haben. Nicht weit von der Markthalle ist eine Stickerei-Manufaktur. Hier werden alle möglichen Muster nach alten Vorlagen vorgefertigt – quasi als Blaupause auf Stoffe aufgebracht. Diese Vorlagen bekommen Frauen, die in Heimarbeit dann alles aussticken. Die fertigen Produkte kommen wieder in die Manufaktur zur weiteren Verarbeitung (z.B. Ausschneiden der Lochstickerei, waschen, bügeln, verpacken…) und Vermarktung. Wunderschöne Arbeiten, aber für uns zu teuer!! Beispiel: 6 schöne Servietten 179 € ./. 20 % (Blusen ab 120€ finden wir o.k.). Bislang sind wir trocken geblieben, denn den auf unserem Plan als 1. Besuch vorgesehenen Besuch des höchsten Caps, des Cabo Girado, haben wir auf die Rückfahrt -in der Hoffnung, dass bis dahin der Regen weniger geworden ist- verlegt. Jetzt noch schnell ein Besuch in der ältesten Weinkellerei und 3 verschieden Sorten Madeira Wein aus winzigen Gläsern probieren. Rappelvoll, der Laden, wir warten ca. 20 Minuten bis wir dran sind. Wohl allen von der „Aida bella, einem Kreuzfahrer, der im Hafen liegt. Aber dann: Nicht schlecht, man kann sich daran gewöhnen, egal, ob sehr trocken, trocken oder süß. Für die Heimreise ist schon mal vorgesehen, Madeira Wein „zum Kochen" mitzunehmen. Nur in der Bodega ist er sehr teuer. Steil bergan muss unser Fahrer nun den Bus durch enge Straßen zum Botanischen Garten hochfahren. Der Regen kommt jetzt in mehr oder auch in weniger starken Schauern und so hoffen wir auf einen einigermaßen trockenen Spaziergang durch den Garten. Aber es ist schon schade, dass man all die hier stehenden Bäume, Sträucher, Blumen, Büsche nicht in Ruhe und ohne Regenschirm genießen kann. Eine Stunde Zeit für den Durchgang haben wir, aber bei dem Wetter hat auch niemand große Lust länger zu bleiben. Was ist das?? Kommt da wirklich blauer Himmel zwischen den grauen Wolken hervor? Tatsächlich. Frohgemut machen wir uns auf um zum Cabo Girao zu fahren Vom 580m hohen Capo hat man einen super Blick auf die Landschaft mit Funchal im Hintergrund. Leider alles nicht so ganz klar, da noch viele Wolken dicht um die Berge hängen. Was aber klar zu sehen ist, ist die Farbgebung des Atlantik- Wassers. Normalerweise blau mit Schaumkronen drauf, aber da, wo Bäche münden ist das Wasser braun. Je größer der braune Fleck, desto mehr Wasser schießt aus den Gebirgsregionen zu Tal und schwemmt auf seinem Wege guten Mutterboden mit sich. Arme Bauern, sie haben es nicht leicht, schon der Terrassenbau ist schwer und dann wird auch noch der Mutterboden weggeschwemmt. Nun geht es zurück, wir sind schon fast 2 Stunden über der geplanten Zeit. Aber: zwischendrin ist die Schnellstraße gesperrt, Geröll muss beseitigt werden. Unser Busfahrer quält sich die vielen Serpentinen der alten, engen Straße hoch- mit viel Gegenverkehr! Und runter und wieder hoch fahren!!!! – Ein Trost, anderen Autofahrern geht es nicht besser. Im Hotel angekommen, sehen wir bei viel Wind dem auflaufenden Wasser zu, das hoch über die Hafen Steinschüttung spritzt. Wir sitzen trocken bei etwas Sonnenschein und trinken einen Roten aus dem Douro-Gebiet vom Mutterland Portugal. Für Freitag ist wieder ein Ganztagesausflug geplant. Aber dieses Mal mit Sonne… stand nicht im Programm, kündigte sich aber bereits früh morgens mit einem blauem Himmel an. Na prima, endlich Madeira nicht Regen verhangen. So sind wir gespannt, was uns der als „schönster Aussichtspunkt" auf die Bucht von Funchal zeigen wird. Sonne liegt auf dem spiegelnden Meer und zieht sich langsam an den dicht bebauten Berghängen Funchals hoch. Im Hintergrund hohe, kahle, braune Berge. Der über 1600m hohen Poco da Neye hat doch tatsächlich einen leicht beschneiten Gipfel. Nach dem Fotostopp ist das Geschick unseres Busfahrers gefragt. Wir fahren auf einer engen und wie kann es anders sein auch schmalen Straße das so genannte Nonnental hoch zum Aussichtspunkt Eira do Serrado. Aber bis wir dort sind, ist der Adrenalinspiegel bei einigen am Siedepunkt angelangt. Durch manche Kehren passt der Bus gerade so durch und die Regenfälle der letzten Tage haben diverse Teile der Randbefestigung in die Tiefe befördert oder die Straße mit Steinbrocken oder Bäumen blockiert. Die Straße selber klebt am steil abfallenden Berg. Bei Gegenverkehr muss einer rückwärts bis zu einer breiteren Stelle fahren. Es gibt aber für Fotofreunde viele interessante Blicke in das tief unten liegende Tal. Durch das sich früher bei Piratenüberfällen Nonnen bis in den hinteren Winkel nach Curral das Freiras geflüchtet haben – daher der Name. Wir haben vom Aussichtspunkt Eira do Serrado eine herrliche Rundumsicht auf die um uns herum bis zu 1800m aufragenden Berge und das Kraterdörfchen Curral das Freiras. Zum fotografieren wäre jetzt ein bedeckter Himmel besser gewesen, denn Licht und Schatten sind sehr ausgeprägt. Der nächste Stopp ist in Monte, dem Luftkurort für Reiche im 19. Jh. Bekannt ist die barocke Kirche Nossa Senhora do Monte, da hier das Grab des im Exil verstorbenen letzten österreichischen Kaisers Karl von Habsburg ist. (Inzwischen seelig gesprochen, warum??)!!! Weltbekannt ist der Ort aber auch dafür, dass man mit dem hier früher üblichen Transportmittel, einem Korbschlitten, heute Touristen auf einer ca. 2km langen Strecke in das Tal befördert (früher ging die Strecke bis Funchal). Leider ist heute die Straße asphaltiert und wird auch von Autos befahren. Gaudi macht es aber trotzdem, wenn man die Rufe der Beteiligten richtig deutet. Immer mit einem Blick auf die Wolken, die sich am Himmel gebildet haben, gelangen wir zum Ausgangspunkt unserer „Wanderung". Es ist ein leichter Weg an einer Levada entlang – für ungeübte Touristen. Die dafür im Programm vorgesehene Zeit von 2 ½ Std. ist üppig bemessen. Aber wenn auch der nur etwas verschlammte Weg uns keine besonderen Leistungen abverlangt, so ist eine ungeplante Klettereinlage durch einen großen, umgestürzten Rhododendron eine Abwechselung. Die Levada’s wurden bereits im 16 Jh. angelegt und bringen das Wasser der Nordseite der Insel auf die Südseite. Immer mit einem Gefälle von 1 bis 2 % und natürlich immer am Berghang entlang. Von den Hauptleitungen zweigen unzählige Nebenleitungen zur Bewässerung der terrassenartig angelegten Felder ab. Die Gesamtlänge aller Levadas wird mit ca. 2000 km beziffert. Unser Weg kann bequem zu zweit nebeneinander begangen werden und führt durch einen Mischwald (leider z.T. noch unbelaubt, sonst wäre es noch schöner). Nur gut, dass der Ausflug nicht gestern bei dem starken Regen statt fand. Den Tagesausflug schließt eine Besichtigung einer Korbflechterei ab. Die Korbflechterei ist ein aussterbendes Gewerbe und wird nur noch von wenigen in Heimarbeit ausgeübt. Damit man sieht, wie solche Körbe geflochten werden, hat man neben einem Kaufangebot auch eine Musterwerkstatt aufgebaut. Nach dem heutigen, von keinem Tropfen Regen getrübten Tag ist die Erwartung für morgen in Bezug auf das Wetter hoch. Aber wir nehmen das Wetter wie es kommt. Heute - Samstag - mal Wind aus nördlicher Richtung und dazu…. Regen. Wie sagt man so schön: es hätte ja noch schlimmer kommen können, wenn wir z.B. einen Wanderurlaub oder Wal watching gebucht hätten…. Mit den Gedanken stärken wir uns erst einmal an dem umfangreichen Frühstücksbuffet. „Hätte schlimmer kommen können" der Satz bleibt uns in Erinnerung, denn…. Als der Bus kommt, gießt es in Strömen. Haben wir Lust?…Keiner sagt etwas, aber als wir mit dem Bus die Straße in Calheta hochfahren und uns eine braune Brühe auf der Straße entgegenläuft, der Regen sich in einen Sturzbach verwandelt hat, Bertholds Auto in dem kleinen „Straßen- Wildwasser-Bach" fast weggeschwemmt wird, vergeht einigen die Lust mitzufahren, sie steigen aus. Sollten wir die Fahrt nicht doch lieber abbrechen?? 1 oder 2 sind dagegen, also muss Berthold die geplante Ausflugstour durchführen. Auch die Reiseagentur ist der Meinung, es wird sicherlich besser werden, keine Straße ist gesperrt, und auch über das Handy unseres Busfahrers sind keine Hiobsbotschaften seiner Kollegen zu hören. Hätten wir gewusst, was noch kommt, wir wären „auf der Stelle" ausgestiegen, so wie 6 Mitreisende. So fahren wir weiter. Bei der Tunnelausfahrt in Ribera Brava steht das Wasser bereits so hoch auf der Straße, dass Pkw's kaum noch durchfahren (können). Unser 1. Ziel Camara de Lobos erreichen wir zwar ganz gut, aber von Sicht bzw. Aussicht keine Spur. Und auch der geplante Rundgang durch das bestimmt nette Städtchen fällt buchstäblich ins Wasser. In und um Funchal ist zwar die Sicht nicht besser, der Regen nach wie vor mehr als stark, aber auf der Straße kein Problem. Das kommt erst als wir aus dem Tunnel bei Camacha fahren. Schon im Tunnel ist eine Fahrbahn vollständig unter Wasser und kommt uns als brauner Bach entgegen. In Camacha selber sehen wir von einer Brücke die Hauptstraße völlig unter Wasser und uns kommen Autos entgegen, deren Fahrer abwinken weiter nach Ribeiro Frio zu fahren – wir sehen dann auch den Erdrutsch - gesperrt. Nach Rückfragen bei der Agentur wird die Rückfahrt nach Calheta anberaumt und vorgeschlagen am Montag den Ausflug nachzuholen. Gut, also zurück – es ist niemand traurig, denn bei dem Regen ist nichts zu sehen und Bäche auf der Straße sind nicht unser Ding. Bei 6% Gefälle im Tunnel ist das fließende Wasser inzwischen zu einem reißenden Strom geworden, der nicht nur kleine Felsbrocken mit sich reißt, sondern Büsche, Bretter, halbe Bäume. Als wir aus dem Tunnel wollen, stehen Pkw’s bis zu den Achsen in einer riesigen Wasserlache. Die, die uns entgegenfahren, spritzen Wasser auf, höher als das Auto. Nach kurzem Zaudern entschließt sich unser Busfahrer durch diese Senke, in der das Wasser jetzt mindestens 1/2m hoch steht, durch zu fahren. Dass sich dieser Entschluss als gut erweist, erfahren wir erst viel später aus Fernsehaufnahmen. Hier kam wenige Stunden später niemand mehr durch, Autos wurden weggeschwemmt. Ob auch Menschen dort zu beklagen waren, wissen wir nicht. Wir fahren bei einer Sicht von nur wenigen Metern weiter durch den strömenden Regen bis wir unter eine Brücke halten und hier die Mitteilung bekommen – nach Calheta ist kein Durchkommen. Es sollen die Straßen durch Geröllmassen versperrt und unterwegs Brücken weggeschwemmt sein. Jetzt heißt es erst einmal abwarten. Unser Fahrer und der Reiseleiter telefonieren ununterbrochen – teils mit anderen Fahrerkollegen teils mit der Polizei, der Feuerwehr, der örtlichen Reiseagentur. Nach Stunden erhalten wir die Auskunft: keine Möglichkeit nach Calheta zu kommen – die Agentur hat uns in Funchal in einem Hotel Zimmer reserviert. Das Four View Hotel ist ein 11 stöckiges Hotel, von dem man nicht nur einen schönen Blick auf die am Berghang liegende Stadt hat, sondern auch auf einen Teil des Hafens und die dahin führenden Straßen. So richtig können wir das aber erst bei Helligkeit am nächsten Tag (Sonntag) sehen, und dann auch die Ausmaße erkennen, was der dahin fließende kleine Bach angerichtet hat. Im Fernsehen hatten wir schon gesehen, dass alles um den Markt und bis zum Hafen hin voller Geröll und zerquetschter Autos lag. Die Straße, die wir zu Fuß zur Markthalle und dann zum Stickerei Manufaktur hoch gegangen waren, war gestern ein reißender Fluss, heute voller Geröll. Es wird kräftig mit schwerem Gerät aufgeräumt. Die Reiseagentur hat 2 Kleinbusse organisiert, die uns in unser Hotel mittags nach Calheta fahren sollen – die Straße soll dann geräumt sein. War sie aber nicht oder schon wieder verschüttet. Wir werden wieder zurückgeschickt und warten im Hotel Four View bis abends. Im 2. Versuch kommen wir durch. In Ribeira Brava war das Rinnsal ebenfalls zum reißenden Wildfluss geworden. Er hatte weiter oberhalb die Straße und Häuser weggerissen und am weiterführenden Tunnel Geröll, Bäume und alles was sonst nicht niet- und nagelfest war, angehäuft. Weiter unterhalb in der Stadt ist alles überschwemmt, verschlammt und voller Geröll. Das Wasser muss dann ebenfalls durch den bergab führenden Tunnel in das nächste Dorf geflossen sein. Ganz schlimm sieht es aber in Ponta do Sol aus. Hier liegen meterhohe Geröllmassen, Schlamm und das Wasser ist noch nicht abgeflossen. Viel Geröll liegt in einem Haus „im Wohnzimmer", Autos zusammen geschoben, verschlammt. Mit schwerem Gerät versucht man zumindest die Straße frei zu bekommen – ist sie doch jetzt die einzige Verbindung in den Südwesten der Insel. Viel ist am Abend den nicht beim Ausflug dabei gewesenen zu erzählen. Sie hatten ja nur die Nachrichten und Bilder aus dem Fernsehen bekommen – allerdings wussten sie auch, dass uns nichts passiert war. Sollen wir am Montag – wie angeboten - den Ausflug in den Nordwesten nach Santana mitmachen? Kommt überhaupt ein Bus durch? Die Sonne kommt leicht durch, die Bewölkung zieht sich auf, der Wind hat nachgelassen – es verspricht ein schöner Tag zu werden – bedeckt bis sonnig sagt die Wettervorhersage. Der Bus steht um 9 Uhr abfahrbereit da, sowohl Fahrer, als auch die befragten Taxifahrer meinen, dass keine Gefahr besteht in die nördlichen Regionen zu fahren – es sind keine Straßen gesperrt. Also, warum nicht? Sollen wir gleich die Koffer mitnehmen?? Nein, nur die vorgestern gekauften Zahnbürsten, Kamm, Zahnpasta, Creme werden eingepackt. Hätten wir gewusst, wie der Tag noch verläuft, hätten wir wirklich alles gepackt und mitgenommen, aber hätten, ja hätten…. So fahren wir bei schönstem Wetter los, kommen gut durch die schwer vom Unwetter betroffenen Dörfchen, Madalena do Mar, Ponta do Sol und Ribeira Brava, wo nach wie vor mit Hochdruck an der Beseitigung der Schäden gearbeitet wird. In Höhe von Funchal erhalten wir die Mitteilung, dass die Straße nach Ribeira Frio wieder gesperrt wurde, so ändern wir unseren Plan und fahren mit einem kurzen Stopp im netten Städtchen Santa Cruz über Machico zum Ost Kap. Das ist wirklich sehenswert. An wild zerklüfteten hohen Felsen bricht sich die hoch auf schäumende Brandung. Leider ist die Fernsicht wieder einmal durch aufziehende Wolken getrübt – schade, mit dem Wetter haben wir wirklich kein großes Glück. In der Bucht um Machico landeten die Portugiesen 1419 und besiedelten das Land von hier aus. Lange war Machico die Hauptstadt bis sie im 16 Jh. von Funchal als wichtigste Hafenstadt und damit auch wichtigste Stadt abgelöst wurde. Wenn der Wind aus Süd kommt, bleiben die Wolken am Gebirge hängen und es regnet auf der Südseite. Im Norden ist es dann trocken. Den Beweis erhalten wir, als wir aus dem letzten Tunnel vor Porto da Cruz kommen – Sonne und blauer Himmel. Und da gerade Mittagszeit ist, nehmen wir in einem Lokal mit Blick auf das Meer ein Vesper ein. Die riesige Portion stand in keinem Verhältnis zum niedrigen Preis – so wenig hatten wir bislang noch nirgends bezahlt. So waren alle froh über den Verdauungs-Spaziergang entlang der Strandpromenade. An eine steil aufragende Felswand führt ein schmaler Fußweg ein paar Meter über dem brandenden Wasser entlang. Wenn hier der Wind drauf steht, schlagen die Wellen über den Weg – da ist schon mancher sehr nass geworden, erzählt uns unser Reiseleiter. Von oben herunter gekommendes Geröll und Lehm erschweren heute den Weg Mit dem Besuch einer Schnapsbrennerei beenden wir unseren Rundgang durch das Dorf. Es gibt nur noch 2 Schnapsbrennereien auf der Insel, hier in Porto da Cruz und in Calheta. Beide verarbeiten mit altertümlichen Maschinen das wenige noch angebaute Zuckerrohr und sind daher auch nur noch einen Monat im Jahr in Betrieb. Weiter geht es nach Santana, wo einige Häuser mit Stroh bedeckt –so wie die Leute früher hier bauten- zu sehen sind. Ribeiro do Frio ist noch immer gesperrt, so nehmen wir den gleichen Weg zurück. Ja, und auch das gleiche „Ausweich-Hotel" in Funchal wird angefahren, denn schon wieder ist die Straße nach Calheta gesperrt. Es hatte wieder im Süden geregnet, man befürchtet weitere Erdrutsche und hat 2 Orte evakuiert. Dem örtlichen Reiseveranstalter ist es nun zu ungewiss, ob wir morgen früh pünktlich unser Flugzeug erreichen. Daher hat er organisiert, dass unsere Koffer vom Hotel-Personal gepackt und zusammen mit dem Rest der Reisegruppe nach Funchal gebracht werden. Die Polizei gibt die Straße nur für einige Ausnahmen frei!! So auch für unsere restliche Reisegruppe. Hätten wir das gewusst, dann, ja dann hätten wir unsere Koffer gleich auf den Ausflug mitgenommen, ja hätten…. Bis zum Abend nutzen wir die Zeit zu einem Spaziergang durch Funchal. Bergab ist es nicht weit bis zum Hafen. Von einem schönen Park oberhalb des Hafens hat man einen Blick auf die Zerstörungen rund um die Markthalle, die Uferstraße und die Aufräumarbeiten. Großes Aufatmen, als der Rest der Reisegruppe und unser Gepäck wohlbehalten ankommen. Der Hotel-Manager ist selber mitgefahren, um sich davon zu überzeugen, dass alles klappt. Es war alles in allem ein „Abendteuer-Urlaub", der aber Dank der Umsicht des Busfahrers, des Reiseleiters, des Reiseveranstalters für alle in Erinnerung aber sicherlich in guter bleiben wird – es hätte auch schlimm ausgehen können. Jeden Tag eine schlechte und eine gute Nachricht: Als kleines i-Tüpfelchen bekommen wir im Flugzeug die Nachricht, dass wir durch einen Streik der französischen Fluglotsen erst eine ¾ Std. später starten können. Aber unser Flugkapitän meinte, die Zeit durch den mit über 200km/Std. kräftig blasenden Rückenwind wieder wett zu machen. So haben wir noch etwas Zeit über den Flughafen nachzudenken. Die 3200m lange Start und Landebahn ist zu einem Teil auf Stelzen hart am Steilhang entlang gebaut. Das ergibt bei entsprechenden Winden viele Verwirbelungen. Das bedeutet auch, dass häufig erst „in letzter Minute" entschieden werden kann, ob von Süd oder von Nord gelandet bzw. gestartet werden kann. Und bei einer Sicht unter 2 Meilen ist der Flughafen gesperrt. Die Ausweich-Flughäfen sind dann auf der Nachbarinsel in Porto Santo oder in Lanzarote. Madeira (im spanischen „Holz" - also „Holz-Insel") verabschiedet uns im Sonnenschein und nach einem ruhigen Flug sind wir mit einer kleinen Verspätung in Stuttgart sicher gelandet und wurden mit einem Bus der Reiseagentur abgeholt. bei Rauhreif und Schnee fahren wir ab unser Hotel in Calheta Kirche in Ribeira Brava Blick auf Porto Moniz
Markthalle in Funchal Hortensienbaum Blick vom Cabo Girao Es wird bestimmt ein schöner Tag im Tal Curral das Freiras Korbschlittenfahrt in Monte Wanderung an der Levada da Serra do Faial "Hauptstraße" in Calheta Tunnelausfahrt bei Camacha Blick auf Funchal aus unserem "Ersatz"-Hotel Schlamm in Ponta do Sol Die Pflasterung erinnert an die "Entdeckung" durch Portugisen Das Ostkap von Madeira - Ponta do Rosto Am Strand von Porto da Cruz ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Madeira auf der Karte zeigen.....>> ![]() ![]() ![]() |